"Hangover 3" kommt in die Kinos Das Chaos hat ein Ende

Düsseldorf · Mit "Hangover 3" schließt eine der erfolgreichsten Filmtrilogien der vergangenen Jahre ab. An die Qualität des ersten Films kommt das neue Werk aber nicht annähernd heran – überraschend ist das nicht.

Hangover 3 - Szenenbilder des letzten Teils
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Mit "Hangover 3" schließt eine der erfolgreichsten Filmtrilogien der vergangenen Jahre ab. An die Qualität des ersten Films kommt das neue Werk aber nicht annähernd heran — überraschend ist das nicht.

Ach, war das schön damals. Man saß nichts ahnend im Kino, bereitete sich auf eine seichte Komödie vor. Und dann das: Die clevere Story war mit Brüllern gespickt, die Figuren waren skurril, konservativ und saucool. Symptomatisch: am Ende gab es teils stehende Ovationen vom Kinopublikum.

Das ist mittlerweile vier Jahre her, der Überraschungshit von 2009, "Hangover", ist inzwischen eine Marke made in Hollywood geworden. Zusammen mit der Fortsetzung, die zwei Jahre später folgte, spielten die Filme über eine Milliarde Dollar ein. In der heutigen Filmgeneration, in der mehr Se- und Prequels produziert werden als jemals zuvor, war damit ein weiteres Kapitel der Chaostruppe unausweichlich.

Nun ist es also so weit, der dritte — und übrigens offiziell letzte — Teil wird am Donnerstag in die deutschen Kinos kommen. Dann, so viel darf vermutet werden, wäre es eine faustdicke Überraschung, wenn sich nach den 100 Minuten des neuen Streifens die Zuschauer zu einem weiteren spontanen Applaus hinreißen lassen.

Wo sind die Überraschungen?

Dieses absehbare Dilemma ist nämlich unweigerlich mit einer großen Schwachstelle des Films verbunden: Dem neuen Werk von Komödienspezialist Todd Phillips fehlt es einfach an fast jeder Stelle an Überraschungen. Und dabei wurde uns doch schon in Goethes "Faust" erklärt, dass der Humor ohne eben jene Überraschungen auf der Strecke bleibt.

Dabei entschieden sich die Verantwortlichen hinsichtlich des Plots zu einer radikalen, wenn auch sinnigen Änderung: In "Hangover 3" werden (fast) keine Drogen konsumiert, die Protagonisten umgehen den titelgebenden Kater. Kein Blackout, kein Filmriss. Ansonsten wollen Phillips und Co. aber mit Altbekannten punkten.

Cool, verklemmt und durchgeknallt

Nach dem Tod des geliebten Vaters machen sich Familie und Freunde Sorgen um den exzentrischen Alan (Zach Galifianakis), der seit Monaten seine Medikamente eigenständig abgesetzt hat. Eine Intervention mit seinen "besten" Freunden Doug (Justin Bartha), Phil (Bradley Cooper) und Stu (Ed Helms) soll ihn überzeugen, sich in eine Klinik in Arizona einweisen zu lassen. Alan stimmt zu, die vier Freunde machen sich flugs auf.

Aber natürlich geht dieser Plan schief, die Gruppe wird von Gangstern bedroht, muss einen Einbruch begehen und landet schließlich dort, wo alles begann - in Las Vegas. Nostalgie wird hier groß geschrieben, Innovation aber eben nicht.

Gleiches gilt für die Figuren: Die Charaktere stagnieren nun seit gut vier Jahren. Phil ist cool, Stu verklemmt und Alan schlichtweg durchgeknallt. Die Macher gehen diesbezüglich keine Risiken ein, Publikumsliebling Mr. Chow (Ken Jeong) darf natürlich in dem Abschluss der Trilogie nicht fehlen.

Das ist schade, da sich die wenigen Szenen, in denen eine Entwicklung der Charaktere zu erahnen ist, deutlich von dem Rest des Films abheben. Wenn Alan seinem weiblichen Pendant begegnet, wird dem Zuschauer mehr als ein mildes Lächeln abgerungen. Der typisch schmutzige Humor von Phillips, "Political Correctness" hin oder her, schlägt dann zu. Leider viel zu selten.

Zumindest für Action ist gesorgt

Ansonsten versucht der 42-Jährige möglichst viele Verbindungen zu den Vorgänger-Filmen zu schaffen. Das funktioniert auch vergleichsweise gut und rundet die Trilogie passend ab. Dabei wird deutlich häufiger auf den ersten Teil verwiesen, was den Spaß aber diesbezüglich nicht schmälert.

Apropos Spaß: Actionszenen sind in dem dritten Film deutlich mehr vorhanden, die Macher haben das Budget zu den Vorgängern doch merklich angehoben. Die Komödie wertet das aber nur äußerlich auf.

Und somit bleibt die Erkenntnis, dass "Hangover 3" viel Durchschnittliches anzubieten hat. Daran scheitert das Werk jedoch nicht einmal. Wirklich witzig ist der Film nämlich nur an wenigen Stellen, für eine Komödie ist das einfach zu wenig. Überrascht das? Eher nicht.

(jco/das)