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Essen: Karstadt streicht sein Feinkostgeschäft zusammen

Essen : Karstadt streicht sein Feinkostgeschäft zusammen

Bei Perfetto, das der Konzern zusammen mit Rewe betreibt, sollen bis zu 500 Jobs wegfallen. Das Sortiment ändert sich.

Der angeschlagene Karstadt-Konzern plant jetzt auch einen Personalabbau bei seiner Feinkost-Tochter Perfetto, die Lebensmittelabteilungen in 43 Warenhäusern betreibt. Wie viele der rund 2000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, stehe aber noch nicht fest. Nach Schätzungen aus Branchenkreisen müssen wohl 300 bis 500 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Schließungen von ganzen Lebensmittelabteilungen seien im Rahmen des Konzeptes nicht geplant. Von Karstadt selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor von den Streichungsplänen berichtet. Es zitierte aus einem Brief des Managements an die Mitarbeiter, in dem die Konzernleitung das Tochterunternehmen als erheblichen Sanierungsfall beschreibe. Perfetto sei "anhaltend defizitär", das bisherige Geschäftsmodell mit starker Fokussierung auf den Luxusbereich gescheitert. "Perfetto kommt deshalb nicht um einen Personalabbau herum", zitierte das Blatt aus dem Brief.

Demnach will Karstadt bei Perfetto außerdem eine "Tarifpause" einlegen, also vorübergehend aus dem Tarifvertrag aussteigen, und die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld einstellen. Ähnliches hatte der Warenhausbetreiber vor Jahren auch schon im Stammgeschäft praktiziert.

Die "Lebensmittel Zeitung" berichtete, Perfetto wolle künftig nicht mehr als Anbieter von teueren Lebensmitteln aus dem Luxusbereich, sondern mit auf den jeweiligen Standort zugeschnittenen Sortimenten Kunden anlocken. Zudem sei geplant, haushaltstypische Artikel wie Papierwaren, Körperpflege, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel in das Angebot aufzunehmen, hieß es in dem Beitrag.

Perfetto ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Karstadt und der Rewe-Gruppe. Allerdings hält die Kölner Lebensmittelkette lediglich eine Beteiligung von 25,1 Prozent an Perfetto. Ein Rewe-Sprecher betonte auf Anfrage, Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler werde auch weiter an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt festhalten. Die Perfetto-Filialen auf Rewe umzuflaggen, stehe aber nicht zur Debatte.

Schon für das Geschäftsjahr 2013 hatte das Unternehmen in seinem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss einen Verlust in Millionenhöhe ausgewiesen. Laut "Handelsblatt" soll sich das Minus im abgelaufenen Geschäftsjahr vervielfacht haben. "Die haben zu viel Personal an Bord", urteilte ein Kenner des Unternehmens. Außerdem hätten die in der Regel im Untergeschoss der Warenhäuser platzierten Perfetto-Filialen in den vergangenen Jahren unter der sinkenden Kundenfrequenz bei Karstadt gelitten.

(dpa)