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Am Flughafen Düsseldorf fehlen über 60 Kontrolleure

Düsseldorf : Am Flughafen fehlen über 60 Kontrolleure

Die Gewerkschaft Verdi schlägt für das Wochenende Alarm: Die Firma Kötter habe in Düsseldorf immer noch nicht genug Personal an den Sicherheitsschleusen. Auch in Köln würden über 40 Kontrolleure fehlen.

Für Schüler in NRW ist am Wochenende Halbzeit. Drei Wochen Sommerferien sind vorbei. In den Hotels stehen Bettenwechsel an, und damit erlebt das Land ein paar verkehrsreiche Tage: Am Wochenende dürfte es voller werden auf Autobahnen, Bahnsteigen - und auch an den Flughäfen.

Die Gewerkschaft Verdi befürchtet, dass es zu längeren Schlangen vor den Sicherheitskontrollen an den Airports Düsseldorf und Köln/Bonn kommen könnte. Grund sei der anhaltende Personalengpass bei den Luftsicherheitsassistenten. Die Bundespolizei hat die Aufgabe der Passagierkontrolle für beide Flughäfen Anfang des Jahres an die Firma Kötter vergeben. Diese hatte in den Osterferien und zu Beginn der Sommerferien einräumen müssen, dass ihr nicht ausreichend Personal zur Verfügung stand. Nur mit Hilfe von hohen Sonderprämien war es dem Essener Unternehmen Ende Juni gelungen, Mitarbeiter aus dem Urlaub in den Dienst zu locken, um den Andrang am ersten Sommerferien-Wochenende abzufedern. Nach Angaben der Bundespolizei verlief die Abfertigung "bis auf wenige Ausnahmen nahezu reibungslos". Lediglich an einem Tag des ersten Ferienwochenendes habe es "eine Ausnahmesituation" gegeben.

Bei einem Krisengespräch in Berlin vor zwei Wochen sagte die Firma zu, Abhilfe zu schaffen. Allerdings ist seitdem offenbar wenig passiert. So erklärt Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim: "Kötter hat nach unseren Informationen seitdem in Düsseldorf nur acht neue Kräfte eingestellt. Das reicht bei Weitem nicht aus." Laut Verdi hatte die Firma am Mittwoch 64 und gestern 63 Kräfte weniger, als von der Bundespolizei für Düsseldorf angefordert wurden. Für die kommenden Tage rechnet Verdi mit vergleichbaren Fehlzahlen. "Da pro Kontrollstrecke sechs Leute eingesetzt werden, sind mindestens zehn Schleusen unbesetzt", sagt Tarim.

Am Flughafen Köln sieht es nicht besser aus. Hier fehlen laut Verdi regelmäßig 40 bis 50 Mitarbeiter. Anders als in Düsseldorf sei niemand zusätzlich eingestellt worden. Dabei habe Verdi beim Krisentreffen mehr Personal gefordert: "Es geht um die Sicherheit der Reisenden und die Belastung der Mitarbeiter", so Tarim. Es bestehe die Gefahr, dass Kontrolleure wegen der langen Einsatzzeit unkonzentriert würden.

Das Unternehmen zeigte sich gestern äußerst zugeknöpft, wollte sich zu Zahlen der eingesetzten und neu beschäftigten Kontrollkräfte nicht äußern: "Wir bitten um Verständnis, dass wir zu Sicherheits- und Dienstabläufen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn keine Auskunft erteilen können", hieß es in einer knappen Stellungnahme. Ein Sprecher der Firma verwies an die auftraggebende Behörde.

Das Bundespolizeipräsidium in Potsdam erklärte schriftlich: "Die Firma Kötter wird ihre Anstrengungen, noch mehr qualifiziertes Personal schnellstmöglich einsatzbereit zu haben, fortsetzen. Gleichwohl können an den hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Abstriche zugelassen werden." Für den Fall, dass die Firma auch weiter nicht in ausreichender Zahl Personal zur Verfügung stellt, heißt es weiter: "Sämtliche Verträge der Bundespolizei sehen auch Sanktionsmöglichkeiten vor. Für die Bundespolizei steht im Vordergrund, dass alle Fluggäste ihre Reise sicher antreten können."

Die Gewerkschaft der Polizei hat mehrfach gefordert, die Kontrolle der Fluggäste müsse wieder vollständig von der Bundespolizei selbst durchgeführt werden. Dazu erklärte die Behörde, Verlautbarungen von Gewerkschaften grundsätzlich nicht zu kommentieren.

(maxi)