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Corona-Krise: US-Präsident Donald Trump ärgert sich über fehlenden Sport

Corona-Krise legt Spielbetrieb lahm : Trump ärgert sich über fehlenden Sport

Die Vereinigten Staaten sind von Corona-Pandemie besonders betroffen, das Land registriert weltweit die höchsten Fallzahlen. Sämtliche Sportligen des Landes ruhen. US-Präsident Donald Trump hofft auf eine baldige Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Donald Trump ist auf Entzug. Nein, die Cheeseburger sind ihm in der Coronakrise noch nicht ausgegangen - die Langeweile plagt den mächtigsten Mann der Welt. "Wir brauchen unseren Sport zurück. Ich habe keine Lust mehr, Baseball-Spiele zu schauen, die 14 Jahre alt sind", verkündete der US-Präsident am Dienstag in einem Statement. Deswegen machte Trump die Rückkehr des Sports kurzum zur Chefsache, ohne dass es bereits ansatzweise Pläne dafür gäbe.

Mehr als 200 Experten, unter ihnen einflussreiche Köpfe wie MLB-Commissioner Rob Manfred, NHL-Boss Gary Bettman und NFL-Chef Roger Goodell, will Trump laut eigener Aussage in einer Telefonkonferenz zusammenrufen. Die nähere Zukunft in alle ihren Ligen ist in keiner Weise vorhersehbar, Corona hat sie fest im Griff. Und dennoch spielt sich Trump zum Retter des Sports auf, als hätte er bei über 600.000 Infizierten und 26.000 im Land keine anderen Probleme.

Das bemerkte Trump offenbar auch sofort, nachdem er seinen Überdruss an Schlagball-Klassikern bekundet hatte. Eigentlich habe er "auch nicht besonders viel Zeit, die zu schauen. Vielleicht schaue ich einen Schlagmann und dann gehe ich wieder zurück zur Arbeit", schränkte er ein. Trotz des durchschaubaren Wahlkampf-Gehabes des 73-Jährigen lenkt er Aufmerksamkeit auf eine berechtigte Frage. Wann und wie geht es in vier der weltweit wichtigsten Sportligen weiter?

Die Major League Baseball hat beispielsweise noch nicht einmal begonnen. Es gibt Gedankenspiele, die MLB quasi unter Laborbedingungen im Bundesstaat Arizona zu starten. Dafür müssten alle 30 Teams an einem Fleck einquartiert werden und dürften ihre Hotels nur für die Spiele verlassen. "Aus unserer Sicht haben wir keinen Plan, wir haben viele Ideen", sagte Manfred jüngst im Interview mit Fox Business, der Baseball zu "einem Teil der wirtschaftlichen Genesung und einem Meilenstein bei der Rückkehr zur Normalität" machen wolle.

So etwas wie Alltag ist aber noch weit entfernt. Die Eishockey-Profiliga NHL hat die Selbstquarantäne für die Spieler gerade bis zum 30. April verlängert. Innerhalb der Liga machen Pläne über Partien an neutralen Orten und sogar eine Verschiebung der neuen Saison bis in den November die Runde. Laut Commissioner Bettmann würden die Profis "zwei bis drei Wochen" brauchen, um wieder in Form zu kommen, sagte er dem TV-Sender CNN. Im Basketball wurde die NBA, die seit dem 11. März ruht, schon konkreter.

Wie der Sender ESPN berichtete, werde über einen 25-Tage-Plan für die Rückkehr nachgedacht. Demnach sollen die Vereine innerhalb eines solchen Zeitfensters wieder spielbereit sein, sobald es die Gesamtlage und die Behörden zulassen. Da auch die NBA vor der Pause noch nicht in den Play-offs angekommen war, stehen ebenfalls dort die Chancen auf eine planmäßige Beendigung der Regular Season schlecht.

Richtig haarig für die Amerikaner würde es aber erst, sollte die Krise bis zum 10. September andauern. Dann nämlich startet die neue Saison der National Football League (NFL), des nationalen Heiligtums. Ligaboss Roger Goodell plant, wie er selbst sagt, auf jeden Fall zu spielen. Den Draft, die jährliche Talente-Ziehung, muss Goodell vom 23. bis 25. April aber erst einmal virtuell abhalten. Vielleicht schaltet dann ja auch Trump ein.

(sid/old)