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FC setzt Zeichen im Spitzenspiel: Köln schunkelt sich für die Bundesliga warm

FC setzt Zeichen im Spitzenspiel : Köln schunkelt sich für die Bundesliga warm

Peter Stöger saß auf dem Podium, als hätte er gerade einen ganz normalen Arbeitstag hinter sich gebracht. Acht Stunden im Büro oder an der Metallpresse oder am Backofen.

Die aufgewühlte Stimmung, die noch lange nach dem Schlusspfiff des Zweitliga-Spitzenspiels gegen Union Berlin draußen auf den Rängen und auf dem Rasen herrschte, erreichte den Pressesaal in Müngersdorf nicht. Zu abgeklärt ist der Trainer des 1. FC Köln, als dass er sich von den ortsüblichen Gefühlswallungen einfangen ließe. Das hohe Lob, das er seiner Mannschaft nach dem 4:0-Sieg zollte, hatte besonderes Gewicht, weil der Wiener es so kühl und scheinbar emotionslos aussprach: "Wirklich tolles Spiel", "bestes Spiel, seit ich hier bin", "nahezu perfekt".

Vielleicht waren die einzigen Dinge, die an diesem Abend bei den Kölnern nicht perfekt waren, die Schnäuzer von Dominic Maroh und Daniel Halfar. Die beiden Profis beteiligen sich an der Wohltätigkeitsaktion "Movember" und lassen es deshalb in den nächsten knapp vier Wochen oberhalb der Oberkippe sprießen. Ein wenig gewöhnungsbedürftig sieht das bei den beiden aus. "Bei manchen Spielern sieht man aber gar nichts", meinte Maroh, "die sind noch zu jung und haben keinen ordentlichen Bartwuchs." Umso mehr sprießt es bei Alexander Bade, dem Torwarttrainer. Der lässt seit Wochen den Vollbart wachsen. Erst wenn der FC mal wieder verliert, will er sich rasieren. Angesichts der beeindruckenden Vorstellung gegen den vom Kölner Tempo überforderten Tabellenzweiten droht Bade zum Rübezahl zu werden. Die Kölner präsentierten sich als Elf ohne Schwachstellen und untermauerten nachdrücklich ihren Anspruch auf den Aufstieg.

Jonas Hector erntete ein Sonderlob, weil er zum x-ten Mal eine sehr ansprechende Leistung bot und einen wesentlichen Beitrag dazu leistete, dass der Klub nach 15 Pflichtspielen immer noch nur fünf Gegentreffer aufweist. "Er ist der Spieler, um den wir uns als Trainerteam an wenigsten kümmern müssen", sagte Stöger. Das ist allerhand, gerade weil es um die bei fast allen deutschen Profiklubs problematische Position links in der Viererkette geht.

Lob für Helmes und Hector

Sportdirektor Jörg Schmadtke zeigte sich von Patrick Helmes angetan, obwohl dem Rückkehrer kein Treffer gelungen war. "Er hat die wichtige, schmutzige Arbeit eines Stürmers erledigt", sagte Schmadtke. Nimmermüde hatte der Angreifer als vorderster Abwehrspieler gerackert und dafür gesorgt, dass die Berliner in Ballbesitz ständig unter Druck gerieten. Dass das große Selbstvertrauen der Mannschaft in Übermut oder Überheblichkeit umschlagen könnten, befürchtet der Manager nicht: "Dafür sehe ich keine Anzeichen."

Stögers 4-2-3-1-System mit Helmes, aber ohne Anthony Ujah hatte sich bewährt. Ob diese Formation von Dauer ist, verriet der Österreicher nicht. "Für dieses Spiel war das die richtige Aufstellung", sagte er. Möglicherweise ändert er das System aber bereits am Sonntag im Spiel beim VfL Bochum. Variationsmöglichkeiten bietet ihm der Kader jedenfalls mehr als genug. Für einen Sieg beim VfL hat Stöger seiner Mannschaft einen zünftigen Elften im Elften versprochen. "Und vielleicht sieht man mich dann auch im Karneval", kündigte er an.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2. Bundesliga 13/14: Köln - Union

(seeg)