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2. Bundesliga: Energie Cottbus trennt sich von Trainer Bommer

2. Bundesliga : Energie Cottbus trennt sich von Trainer Bommer

Energie Cottbus hat die Reißleine gezogen. Am Dienstag wurde die Trennung von Trainer Rudi Bommer vollzogen, ein Nachfolger wird noch gesucht.

Als Präsident Ulrich Lepsch noch die Gründe für die Trennung erklärte, war Rudi Bommer schon auf dem Weg zu seiner Familie nach Aschaffenburg. Vier Tage nach dem 0:1 gegen den VfL Bochum entschied sich Zweitligist Energie Cottbus nach einigem Zögern doch zu einer Trennung von seinem Trainer. Nach neun Ligaspielen mit nur einem Sieg und dem Absturz auf einen Abstiegsplatz sahen sich die Lausitzer zum Handeln gezwungen. Selbst das gute Verhältnis zu seinem Präsidenten konnte Bommer nach 22 Monaten bei Energie nicht mehr retten.

"Menschlich hat es gepasst. Wir hätten nicht gedacht, dass es so ausgehen würde. Wir hätten gerne mit Rudi Bommer langfristig weitergearbeitet", sagte Lepsch. An den Fakten änderte dies jedoch nichts, auch in Cottbus griffen nach dem schlechtesten Zweitligastart des Klubs die "Mechanismen des Profifußballs". "Wir haben die Situation sehr sachlich analysiert und sind gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, mit einer Veränderung den Druck vom Team nehmen zu können", hieß es dann auch nüchtern in einer Pressemitteilung.

Speidel übernimmt Training

Trainiert wird die Mannschaft bis zur Vorstellung eines Nachfolgers erst einmal von Bommers Assistenten Uwe Speidel, der bereits am Dienstag um 10.30 Uhr — nur wenige Minuten nach der offiziellen Trennung — die erste Übungseinheit leitete. Am Montagnachmittag stand noch Bommer auf dem Platz, anschließend gab es eine Krisensitzung, nach der die — zumindest offiziell — gemeinsame Entscheidung fiel: Cottbus und Bommer gehen getrennte Wege.

"Nahezu täglich bekommt das Team Zahlen um die Ohren gehauen. Tabellenplatz, Torlosspiele, Sieglosserien, schlechtester Saisonstart. Adressat ist meist der Trainer, aber sowas ist auch Ballast für die Spieler", sagte der ehemalige Nationalspieler, der sich am Dienstagmorgen vom Team verabschiedete: "In den nächsten Wochen wird der Druck auf die Mannschaft brutal hoch sein." Es dürfe daher, so Bommer, nicht in jedem Spiel um den Kopf des Trainers gehen.

Zuletzt hatte er es nicht geschafft, die Negativserie zu stoppen. In den vergangenen vier Begegnungen erzielte Energie kein einziges Tor, obwohl die Mannschaft in der Offensive sehr gut besetzt ist. Und die Mannschaft ihre Leistungsfähigkeit mit zwei hohen Heimsiegen zu Saisonbeginn schon angedeutet hatte.

"Die vermeidbare Niederlage in Aue und das 0:4 gegen Köln haben einen Bruch verursacht. Danach hat die Mannschaft ihr Potenzial nicht mehr abrufen und in Ergebnisse ummünzen können", betonte Bommer. Die Zusammenarbeit, vor allem mit Lepsch, sei "konstruktiv, zielführend und taktvoll" gewesen.

Unterdessen ist die Suche nach einem Nachfolger voll im Gange. Als Favorit gilt der frühere Paderborner Trainer Stephan Schmidt, mit dem sich Lepsch am Wochenende getroffen haben soll. Am kommenden Montag gastiert Energie beim FC St. Pauli. Ob der neue Mann bis dahin gefunden wird, werde sich "nach Gesprächen mit verschiedenen Kandidaten zeigen", sagte Lepsch.

Bommer hatte das Traineramt zum Jahreswechsel 2011/2012 als Nachfolger von Claus-Dieter "Pele" Wollitz angetreten und am letzten Spieltag der damaligen Saison den drohenden Absturz in die Drittklassigkeit verhindert. Die vergangene Spielzeit beendete der Verein auf Platz acht. Im Juni 2013 trennte sich der Klub dann von Sportdirektor Christian Beeck, seitdem musste Bommer die Arbeit von Beeck mitübernehmen. Auch sein Nachfolger soll Trainer und Sportdirektor in Personalunion sein.

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist Rudi Bommer

(sid/dpa)