Frauen-WM 2019: Deutschland konzentiert sich auf sich selbst

„Schippen drauflegen“ : DFB-Frauen warten auf Achtelfinalgegner

Bei der Vorbereitung auf das nächste Spiel konzentriert sich das deutschen Nationalteam zunächst auf sich selbst. Und das nicht ganz freiwillig: Weil auch die besten Tabellendritten weiterkommen, gibt es viel Raum für Rechenspiele.

Nicht nur bei den Buchmachern gelten die USA und Gastgeber Frankreich als Top-Favoriten für den Titel bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft - eine Tatsache, die die deutschen Fußball-Frauen durchaus positiv sehen. „Wir sind nicht undankbar, dass wir die Favoritenrolle abgeben können“, sagte Abwehrspielerin Carolin Simon am Mittwoch. Trotzdem sehe sie die deutsche Elf nicht schlechter als die beiden anderen Teams. „Aber wir wissen auch, dass wir ein, zwei Schippen drauflegen müssen, wenn wir gegen solche Teams spielen.“

Obwohl die Vorrunde mit drei Siegen und ohne Gegentor absolviert wurde, sieht Simon ebenso wie ihre Mitspielerin Lina Magull bei der Leistung des Teams noch Steigerungspotenzial. „Aber es ist doch schön, dass die Tendenz nach oben geht“, sagte FC-Bayern-Spielerin Magull angesichts der jüngsten Steigerung vor allem beim 4:0 (3:0) am Montag in Montpellier über Südafrika.

Seit Dienstag bereitet sich das deutsche Team nun auf sein Achtelfinal-Spiel am Samstag in Grenoble vor. Das Mannschaftshotel liegt im ruhigen Kurort Uriage-les-Bains, das Trainingsgelände vor malerischem Alpenpanorama wenige Kilometer entfernt in Gières. Nach einer Indoor-Krafteinheit am Mittwochvormittag stand am Nachmittag bei Bilderbuchwetter das erste Training des Teams auf dem Platz in Gières an.

Am Mittag war die reguläre DFB-Pressekonferenz angesetzt. Da stand der Achtelfinal-Gegner noch nicht fest. Die Spielerinnen nahmen diese Ungewissheit jedoch gleichmütig. „Ich bin der Typ, der nicht rechnet“, sagte Magull. „Der Gegner ist mir egal.“

Und sich über die etwas komplizierten Regularien aufzuregen, nach denen auch die vier besten Gruppendritten in die Runde der besten 16 einziehen, habe ohnehin keinen Sinn. „Das entscheiden ganz wichtige Leute bei der Fifa, das muss man akzeptieren“, sagte Magull augenzwinkernd.

„Wir haben andere Gesprächsthemen“, betone auch Simon, ihre Zimmernachbarin bei der Nationalmannschaft und frühere Weggefährtin beim SC Freiburg. „Wir haben da Gott sei Dank Leute wie Almuth, die uns auf den aktuellen Stand bringen“, fügte sie schmunzelnd in Anspielung auf Almuth Schult an. Die Torhüterin trägt im Kader auch den Spitznamen „Almuth Allwissend“.

In der Vorbereitung auf das nächste Spiel gelte es nun, weiter Sicherheit zu gewinnen, sagte Simon, die für den französischen Erstligisten Olympique Lyon spielt. Das könne über Gespräche geschehen, aber auch über Arbeit mit dem Ball, um den Spielfluss zu verbessern. „Wir müssen uns zunächst auf uns konzentrieren“, sagte sie. Ohnehin könne man ein Spiel vorab nicht zu 100 Prozent simulieren. Aber wenn der Gegner feststehe, könne man sich auch auf ihn einstellen.

(lt/dpa)
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