Bayer 04 Leverkusen: Leon Bailey ist der Spieler der Hinrunde

Bayers Spieler der Hinrunde: Bailey sorgt für Glücksmomente

Bayer 04 hat sich in den vergangenen Monaten zu einem Spitzenteam in der Liga entwickelt. Die Entdeckung der Hinrunde ist der jamaikanische Angreifer Leon Bailey.

Sein Flieger hob gestern ab. Etwas Sonne tanken, die Feiertage im Kreise der Familie verbringen - das sind die Ziele von Leon Bailey für die kommenden zehn Tage, in denen der Fußballbetrieb bei Bayer 04 ruht. Der Jamaikaner hat sich auf den Weg in den Urlaub in sein Heimatland gemacht. Er dürfte die Zeit sicher genießen, hat er sich in den vergangenen Monaten doch zu DEM Spieler der Hinrunde unterm Bayer-Kreuz entwickelt. "Ich will mich im zweiten Halbjahr weiter verbessern", sagte der 20-Jährige. Es klingt fast wie eine Drohung an die Konkurrenz.

Schließlich ist der Flügelstürmer nicht erst seit dem 1:0-Pokalerfolg in Mönchengladbach dank seines Siegtores der gefeierte Mann in Leverkusen. Auch in Gelsenkirchen (1:1), beim Derbysieg gegen Köln (2:1) und gegen Leipzig (2:2) erzielte er jeweils den wichtigen Treffer zum 1:1-Ausgleich. In Hannover glänzte der ebenso flinke wie abschlussstarke Bailey zuletzt gar als Joker und erzielte zwei Treffer beim wilden 4:4 in Niedersachsen. Immer wenn er an den Ball kommt, hat man als Zuschauer das Gefühl, das etwas Besonderes passieren könnte. Ein Alleinstellungsmerkmal, das ihn in der Liga zu einem der gefürchtetsten Angreifer macht.

Durch das Erreichen des Viertelfinals im Mönchengladbacher Borussia-Park ist das Endspiel in Berlin nur noch zwei siegreiche Begegnungen entfernt. "Unser Ziel ist nicht nur, ins Pokalfinale einzuziehen, sondern es dann auch zu gewinnen", betonte der Flügelstürmer. Er war Anfang des Jahres vom belgischen Erstligisten für kolportierte 12,5 Millionen Euro an den Rhein gewechselt. Sein Vertrag in Leverkusen gilt bis 2022 - was gut für den Werksklub sein dürfte. Denn sollte Bailey so weitermachen, dürften schon bald internationale Top-Klubs bei Bayer 04 Schlange stehen. Sportdirektor Rudi Völler erklärte zur Erleichterung vieler Bayer-Fans immerhin, dass der Werksklub auch "Nein!" sagen könne - es sei denn, es kämmen "irre Summen" für eine Ablöse ins Spiel.

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In der vergangenen Rückrunde kam Bailey noch nicht über die Rolle des Einwechselspielers hinaus. Zwar deutete er auch unter dem ehemaligen Leverkusener Trainer Roger Schmidt und Interimscoach Tayfun Korkut sein Können an, doch wegen vermeintlicher Schwächen in der Defensive blieb ihm oft nur die Zuschauerrolle. Das ist in dieser Saison anders.

2,6 Mal schießt der Angreifer im Schnitt auf das gegnerische Tor. Kein anderer Bayer-Profi sucht öfter den Abschluss. Mit sechs Treffern und fünf Vorlagen ist er bester Scorer in der Hinrunde und ein Glücksfall für den Klub. Seinen Urlaub hat sich der Jamaikaner der Werkself verdient.

(sb)