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Rassistischer Überfall: Potsdam-Tatverdächtiger bleibt in Haft

Rassistischer Überfall : Potsdam-Tatverdächtiger bleibt in Haft

Karlsruhe (rpo). Der zweite Tatverdächtige des Angriffs auf den Deutsch-Äthiopier Ermyas M. vom Ostersonntag in Potsdam bleibt in Haft. Der 30-jährige Thomas M. aus Potsdam habe den Antrag auf Haftprüfung zurückgenommen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Der Mann war zuvor zur Haftprüfung dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt worden. Der Ermittlungsrichter des BGH wollte entscheiden, ob der Haftbefehl gegen den 30-Jährigen aufrechterhalten bleibt. Er sitzt ebenso wie der Mitbeschuldigte Björn L. seit 21. April in Untersuchungshaft. Der Richter hatte am vergangenen Freitag den Haftbefehl für den 29-jährigen Björn L. aus der Gemeinde Bergholz-Rehbrücke bei Potsdam bestätigt.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft geht der Ermittlungsrichter "von einem fremdenfeindlichen Tathintergrund aus". Er sehe die Tat zudem als "geeignet an, die innere Sicherheit der Bundesrepublik zu gefährden". Generalbundesanwalt Kay Nehm hatte mit dieser Begründung die Ermittlungen an sich gezogen. Er verdächtigt Björn L. und Thomas M. des versuchten Mordes. Der Haftbefehl gegen Björn L. beruht jedoch lediglich auf dem dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung.

Aus Sicht der Bundesanwaltschaft kommt Thomas M. nach einer molekulargenetischen Untersuchung für das am Tatort gefundene DNA-Material "in Betracht". Sein Anwalt Sven-Oliver Milke sieht aber hier einen Schwachpunkt der Ermittlungen. "Die DNA-Spur ist nicht vollständig ausgewertet", sagte Milke auf ddp-Anfrage. Außerdem müssten die Aussagen eines Zeugen, der seinen Mandanten mehrfach belastet habe, genauer geprüft werden. Die Argumentation, wonach Thomas M. mit einem Neonazi verwechselt worden sei, sei inzwischen aber "vom Tisch", sagte Milke.

Der gebürtige Äthiopier Ermyas M. war am Ostersonntag in Potsdam niedergeschlagen worden und hatte schwere Schädel-Hirn-Verletzungen erlitten.

(afp2)