USA erwägen Entsendung von bis zu 10.000 Soldaten in den Nahen Osten

Konflikt mit dem Iran : USA erwägen Entsendung von bis zu 10.000 Soldaten in den Nahen Osten

Angesichts möglicher Bedrohungen aus dem Iran erwägt das Pentagon eine Entsendung Tausender Soldaten. Es wäre ein starkes Signal für einen Politikwechsel von Donald Trump.

Im Konflikt mit dem Iran erwägt die US-Regierung die Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen Soldaten in den Nahen Osten. Das Pentagon werde dem Weißen Haus entsprechende Pläne vorlegen, teilten Regierungsbeamte am Mittwoch mit. Es gehe darum, Verteidigungsmaßnahmen angesichts möglicher iranischer Bedrohungen in der Region zu verstärken. Eine Entscheidung über eine zusätzliche Truppenentsendung sei aber noch nicht gefallen. So sei unklar, ob das Weiße Haus alle oder nur einen Teil der angeforderten Soldaten in die Region schicken würde.

Ein möglicher Einsatz wäre den Angaben der Beamten zufolge defensiver Natur, es gebe keine neuen Bedrohungen aus dem Iran. Im Gespräch sei zudem eine Verlegung zusätzlicher Patriot-Raketen und Schiffe sowie eine verstärkte Beobachtung des Irans. Es war nicht klar, ob noch am Donnerstag mit einer Antwort des Weißen Hauses zu rechnen sei. Sollten die USA tatsächlich Tausende Soldaten entsenden, wäre das ein Signal für einen Politikwechsel - Präsident Donald Trump hat bisher wiederholt betont, er wolle die Zahl der Soldaten in der Region reduzieren.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt massiv verschärft. Als Antwort auf eine nicht näher erläuterte Bedrohung durch Teheran beorderte Washington vor kurzem einen Flugzeugträger und Bomber in den Persischen Golf. Beamte deuteten an, es habe sich um auf kleine iranische Boote verladene Raketen. Mittlerweile seien die Raketen entfernt worden. Andere maritime Bedrohungen gebe es aber weiterhin.

Erst am Dienstag hatte die Pentagonführung vor Kongressabgeordneten betont, dass die USA keinen Krieg mit dem Iran wollten und eine Deeskalation anstrebten. Der kommissarische Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte Journalisten, der größte Fokus liege darauf, iranische Fehleinschätzungen zu verhindern.

Viele Kongressabgeordnete bewerten die Iranpolitik der Regierung skeptisch. Sie stellen infrage, ob die Regierung tatsächlich auf neue Bedrohungen reagiert oder eine Situation eskaliert, die in einen Krieg münden könnte.

(lukra/dpa)
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