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Berlin: Neuer Eintrag "divers" im Personalausweis bislang selten genutzt

Option im Personalausweis : Geschlechtseintrag „divers“ bislang selten genutzt

Der Bundestag hatte 2018 beschlossen, dass es im Geburtenregister neben dem männlichen und weiblichen Geschlecht auch eine dritte Option sowie die Möglichkeit der Streichung des Eintrags geben soll.

Bislang haben nur wenige Menschen in Deutschland den Geschlechtseintrag „divers“ im Personenstandsregister eintragen lassen. Bis zum 30. September 2020 entschieden sich 394 Menschen dafür oder ließen den Eintrag offen, wie aus einer Umfrage des Bundesinnenministeriums unter allen 16 Bundesländern hervorgeht, die der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag, online) vorliegt. Zusätzlich seien 19 Neugeborene als „divers“ registriert worden.

Der Bundestag hatte im Dezember 2018 beschlossen, dass es im Geburtenregister neben dem männlichen und weiblichen Geschlecht auch eine dritte Option sowie die Möglichkeit der Streichung des Eintrags geben soll. Seit Inkrafttreten des Gesetzes am 22. Dezember 2018 haben zudem Personen gegen Vorlage eines Attest, das eine „Variante der Geschlechtsentwicklung“ bestätigt, die Möglichkeit, den Eintrag zu wechseln. Bis dahin gab es lediglich die Möglichkeit, dass Standesbeamte die Geburt ohne eine Geschlechtsangabe eintragen.

Viel häufiger sei die Änderung des Personenstandsgesetzes genutzt worden, um den Geschlechtseintrag von „weiblich“ zu „männlich“ oder umgekehrt zu ändern, berichtete „Die Welt“. Das passierte bis Ende September 2020 demnach insgesamt 1.191 Mal.

In Nordrhein-Westfalen sei am häufigsten eine Änderung des Geschlechtseintrags hin zu „divers“ beziehungsweise zu einem leeren Eintrag vorgenommen worden: Im Jahr 2019 war dies 45 Mal der Fall sowie im Jahr 2020 bis zum Stichtag der Umfrage 27 Mal. In Brandenburg hingegen seien nur drei solche Änderungen im ganzen Zeitraum registriert worden.

(chal/epd)