R. Kelly: Neue Vorwürfe gegen den Sänger

Angeblich Ausweis für Hochzeit gefälscht : Neue Vorwürfe gegen Sänger R. Kelly

Gegen R. Kelly läuft bereits ein Verfahren wegen Missbrauchs. Nun werden neue Verwürfe gegen den Musiker bekannt. Es geht um die Hochzeit mit der damals 15-jährigen Sängerin Aaliyah.

Dem in Verruf geratenen US-Musiker R. Kelly wird vorgeworfen, in den 1990er Jahren Ausweisdokumente vor der Hochzeit mit der damals 15 Jahre alten Sängerin Aaliyah gefälscht zu haben. Er habe am 30. April 1994 Schmiergeld für einen falschen Personalausweis für eine Frau gezahlt, hieß es am Donnerstag in einer Anklage in New York.

Einen Tag später heiratete der damals 27-Jährige Aaliyah in einer geheimen Feier in einem Hotel in Chicago. Monate später wurde die Hochzeit wegen ihres Alters annulliert. Die Sängerin starb 2001 bei einem Flugzeugabsturz.

Die US-Staatsanwaltschaft gab keinen Kommentar darüber ab, für wen der gefälschte Pass damals gelten sollte und in der Anklage steht nichts von einer Hochzeit. Allerdings erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus Ermittlungskreisen, dass hinter dem aufgeführten amerikanischen Platzhalternamen „Jane Doe“ Aaliyah gemeint sei. Es ist das erste Mal, dass Kellys kurze Ehe mit der Sängerin in Verbindung zu einem Verfahren gegen ihn steht. Kellys Anwalt Douglas Anton bezeichnete die Anklage als „lächerlich und absurd“.

Staatsanwälte in Brooklyn haben gegen Kelly bereits Anklage unter anderem wegen sexueller Ausbeutung erhoben. Im Februar wurde Kelly in Illinois wegen des Verdachts in zehn Fällen festgenommen, drei Minderjährige und eine Frau sexuell missbraucht zu haben. Dies hat er zurückgewiesen. Im Mai kamen elf weitere Fälle hinzu. Im April 2020 soll er in Chicago wegen Vorwürfen vor Gericht erscheinen, die sich rund um Aufnahmen von sexuellem Missbrauch von Kindern drehen.

Im Fall Aaliyah sagten Kellys Anwälte stets, bei der Hochzeit sei ihm ihr Alter nicht bewusst gewesen. Auf der Heiratsurkunde wurde ihr Alter mit 18 angegeben.

(jco/dpa)