Xanten: Wohnen auf der Rampe

Xanten: Wohnen auf der Rampe

In Marienbaum haben die Arbeiten auf dem alten Gelände am Bahnhof begonnen. Dort wo einst Züge be- und entladen wurden, entsteht ein weiteres Wohnbaugebiet.

Das ging schnell: Gerade erst hatte der Rat den entscheidenden Beschluss gefasst, und schon ist das zukünftige Bebauungsgebiet geräumt. Op de Ramp, im Herzen von Marienbaum, kann in Angriff genommen werden.

Die späteren Hausbesitzer wohnen auf historischem Grund. Ratsherr Werner Paessens berichtet noch von dem einstmals größten Güterbahnhof in weiter Umgebung, der wegen seiner Bedeutung für den Panzer- und Kanonen-Nachschub heftiges Ziel der Bombardierungen war. Was allerdings die Engländer nicht hinderte, in den Nachkriegsjahren Hölzer aus dem angrenzenden Hochwald in großen Mengen zur Fahrt auf die Insel zu verladen. Von hier belieferte Großhändler Nass den Schlachthof in Duisburg-Meiderich mit Vieh, hier waren der Raiffeisenmarkt und der Landhandel Deymann zu Hause. Ein geschäftiges Treiben vor allen Dingen in den Zeiten, als zum Beispiel Kunstdüngersäcke noch alle von Hand entladen werden mussten.

Mehrere Einfamilienhäuser

Der Raiffeisenturm wurde bereits im April 2009 abgerissen. Hier sind inzwischen mehrere Einfamilienhäuser entstanden. Und nachdem die Stadt die alte Bahntrasse vor gut einem dreiviertel Jahr erwerben konnte, kann es nun nebenan losgehen mit der Erschließung. Tiefbau Scholten wird einen Schmutzwasser- und einen Mischwasserkanal verlegen, auf den auch die umgebenden Grundstückeigentümer sehnlich warten. Er dient als Bypass auf dem Weg des Wassers in Richtung Bundesstraße und über die Pumpstation zur Ley. Damit, so der Chef des Dienstleistungsbetriebs Xanten (dbx), Kurt Reintjes, werden demnächst die "Schwierigkeiten bei Starkstromereignissen" dem Ende angehören.

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Wichtig auch: Das Eisenbahndenkmal bleibt erhalten. Und: Der Alleenradweg kann kommen, kündigte Bürgermeister Christian Strunk bei einem Ortstermin an. Auch mit der Stadt Kalkar sei sich die Stadt Xanten über einen zeitgleichen Lückenschluss ins Netz der Nachbarstadt einig. Im Frühjahr des nächsten Jahres könnten die zehn Häuslebauer wohl loslegen, glauben Strunk und Reintjes. Bis dahin sind Kanal und die vorgesehene Straße mit unterschiedlichen Pflasterfarben wohl fertiggestellt.

Kein Lärmschutz nötig

230.000 Euro kostet die Erschließung samt Laternen und Bäumen zur Bahnseite. Der Ausblick auf den alten Bahnhof samt Brandschäden (noch) eingeschlossen. Und alles ohne Lärmschutz. Der musste erst noch vorgesehen werden, weil ja die Bahnstrecke Xanten — Kleve irgendwann doch noch einmal hätte reaktiviert werden können. Spätestens mit dem Verkauf der Grundstücke an die Stadt aber ist diese Hoffnung aber dahin.

Pläne für den dritten (und letzten) Teil der Marienbaumer Innen-Bebauung gibt es übrigens auch bereits: Das Gelände des alten Landhandels soll vermarktet werden.

(RP)