Bergische Diakonie in Wülfrath hat zur Werkschau eingeladen

Werkschau: Diakonie ist ein Platz für Kreative

Das „Offene Atelier“ der Einrichtung am Diakonissenweg zeigt Arbeiten, die 2018 entstanden sind.

Bunt ist der Blumenstrauß auf der großen Leinwand, kräftige Farben betonen die Blüten, die Vase, den Hintergrund. Das Bild strahlt eine kindliche Fröhlichkeit und Unbeschwertheit aus und trägt den dazu passenden Titel, und zwar „Lebensfreude“. Und es reiht sich wunderbar ein in all die anderen großen und farbenfrohen Exponate, die den kleinen Ausstellungsraum schmücken.

Und doch: So sehr sie sich auch ähneln, hier entspringt jedes Bild einer anderen kreativen Seele. „Unsere jährliche Werkschau zeigt immer einen Querschnitt aus Werken der Menschen die bei uns ein- und ausgehen“, erklärt Kunsttherapeutin Sunci Matijanic, und erläutert: „Das sind diakonische Mitarbeiter, Patienten und Bewohner, Kursleiter oder externe Besucher, die sich einmal künstlerisch betätigen möchten.“

Gemeinsam mit einem Langzeitbewohner der Diakonie hat die Atelierleiterin ein Kunstwerk aus alten Tageszeitungen entstehen lassen. „Ich hatte hier so ein schwarzes ausrangiertes Gestell, da haben wir uns gemeinsam überlegt, was wir daraus gestalten könnten. Uns kam die Idee mit dem Kleister und den alte Zeitungen. Es war wie immer hier, wir hatten kein genaues Ziel, sondern wir haben das Werk sich entwickeln lassen“, beschreibt Sunci Matijanic den gemeinsamen Schaffensweg. Durch verschiedene Höhen und unterschiedlich intensive Nutzung von Farben ist eine Art dreidimensionale Kraterlandschaft entstanden.

Weil Kunst beim Machen entsteht, gibt es auch keinen Stillstand, Kunst ist Bewegung. Das Atelier dagegen bedeutet für all die wiederkehrenden Menschen Beständigkeit, ist ein Ort der Ruhe, an dem eine innere Balance entstehen kann. „Wir haben daher unsere diesjährige Ausstellung unter den Titel Balance in Bewegung“ gestellt“, erläutert Matijanic, während sie unentwegt die vielen Besucher begrüßt oder verabschiedet.

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In ihrer Eröffnungsansprache hatte die Leiterin noch einmal auf den Punkt gebracht, worum es im offenen Atelier geht: „Hier entsteht Kunst, frei von jeglichen Vorgaben und mit der Freiheit, sich mit den Materialien und der Herangehensweise auch unkonventionell auseinanderzusetzen. Die Kunst, die hier erschaffen wird, entsteht rein aus der Lust und Freude am Tun.“

Skulpturen, Lampen, zarte Aquarelle, Bilderfolgen – die Eröffnung spiegelt die kreative Vielfältigkeit auf besondere Weise wieder. Weil insgesamt 33 Künstler vertreten sind, gibt es viele künstlerische Handschriften zu entziffern.

„Die Vielseitigkeit ist einfach toll“, schwärmt eine Besucherin, die sich intensiv einigen Gemälden aus Ölkreide widmet. Drei Kinder bestaunen den „Wünschebaum“, an dem kleine Kärtchen mit guten Wünschen baumeln, die die Besucher mittnehmen dürfen.

Im Gegenzug, so bittet die Künstlerin, sollen die Gäste die ebenfalls vorhandenen leeren Kärtchen auch mit Wünschen beschriften. Viele haben davon bereits Gebrauch gemacht. „Leben und leben lassen“, hat ein Besucher geschrieben oder „ein gutes neues Jahr“. Ein ältere Dame liest alles sehr sorgfältig, dann lacht sie laut auf. „Das hier klingt wunderbar, das werde ich mir zu Herzen nehme: „Sei du selbst. Alle anderen sind schon vergeben.“

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