Die Stadtbücherei in Wülfrath kann auf einen Förderverein bauen

Weitere Mitglieder willkommen : Förderverein stärkt die Stadtbücherei

Wülfrath braucht die Medienwelt, findet Andrea Pabst. Deshalb engagiert sie sich seit Jahren im Förderverein.

Wie lange sie schon Vorsitzende ist? Da muss Andrea Pabst erst einmal überlegen. Die Stadtbücherei sei ja ein fester Bestandteil ihres Alltags, und der Förderverein eben auch. Das merkt man, wenn sie erzählt. „Ich bin in Düssel aufgewachsen. Und einmal pro Woche bin ich mit dem Fahrrad zur Bücherei gefahren und habe mir da neue Bücher ausgeliehen“, erinnert sie sich. Bis zu sieben Werke durfte man auf einmal mitnehmen, das weiß sie noch genau. „Sieben Bücher habe ich natürlich nicht jede Woche geschafft, aber ich habe schon sehr, sehr viel gelesen.“ Und weil die Freude am Lesen mit der Zeit nicht geringer wurde, sondern blieb, trat sie dann auch dem Förderverein der Stadtbücherei bei.

So einige Projekte hat Pabst in ihrer Zeit beim Förderverein mitgetragen: Lesungen und Bücherflohmärkte hat der Verein zum Beispiel organisiert. Auch der Büchertausch in der roten Telefonzelle am Ware-Platz wurde vom Verein initiiert. Heute können die Förderer solche Aktionen kaum mehr stemmen. Wie so oft im Vereinsleben mangelt es an Mitgliedern. „Vor ein paar Jahren waren wir immerhin noch 75 Leute“, sagt Pabst, „jetzt sind es noch 60. Und wenn man sich dann ansieht, wer wirklich aktiv dabei ist, dann kommt man auf weniger als zehn Personen.“

Die Vorsitzende nimmt das niemandem übel - viele Mitglieder seien jetzt eben älter und könnten nicht mehr aktiv mithelfen. Wer aber eindeutig fehlt, sind Neuzugänge. Pabst spricht von zwei neuen Mitgliedern in mehreren Jahren. Ernüchternd, wie sie findet. „Eine Bücherei ist doch eine schöne Anlaufstelle in einer Stadt. Ich denke schon, dass sie noch Leute anzieht. Das sollten wir erhalten.“

Ein Glück sei es gewesen, dass sie die Stelle der zweiten Vorsitzenden dieses Jahr neu besetzen konnten. Da Karin Wermbter gesundheitsbedingt ausscheiden musste, erklärte sich Julia Rodenbeck dazu bereit. Gemeinsam mit der ersten Vorsitzenden Pabst, Kassenwartin Manuela Rader und Schriftführerin Ursula Wischebrink stellt sie jetzt den Vorstand. Und der hat im Alltagsgeschäft genug zu tun: Die Bücherei wendet sich an den Verein, wann immer sie etwas benötigt. Bewilligt werden muss zum Beispiel die Anschaffung neuer Bücher für den Bestand.

„Etwa 800 Euro haben wir in diesem Jahr gestellt. Dadurch kann sich die Bücherei auch leisten, Bestseller anzuschaffen“, berichtet die Vorsitzende. Neue Bücher werden auch jedes Jahr für den Sommerleseclub benötigt.

Das Projekt ermuntert Kinder und Jugendliche, über die Sommerferien Bücher zu lesen. Bis zu 2000 Euro kostet es, den Leseclub in der Stadtbücherei durchzuführen. Die Hälfte davon geht an den Club für Grundschüler, mit dem Rest werden die Schüler der weiterführenden Schulen gefördert.

Immerhin: Finanziell ist der Verein gut aufgestellt. Die neue Medienwelt-Leiterin Yvonne Jacobs kann also mit Unterstützung rechnen, um neue Ideen umzusetzen. Unter anderem ist freies Wlan in allen Räumen geplant. „Wir sind gespannt, wie sich die Bücherei weiterentwickelt“, sagt Pabst. Ans Aufhören denkt sie erstmal noch nicht – auch wenn sie den Verein jetzt doch schon über zehn Jahre leitet. Aber ein Alltag ohne Bücherei? Nicht auszudenken.

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