Stadt Willich: Trauer um Käthe Franke

Stadt Willich: Trauer um Käthe Franke

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht in der Stadt: Willichs Ehrenbürgermeisterin Käthe Franke ist gestern Mittag im Alter von 88 Jahren in Schiefbahn gestorben. Politische Weggefährten loben ihre Tatkraft.

Sie empfand es als Ehre, ihrer Heimatstadt gedient zu haben. Das sagte Käthe Franke, als ihr die Stadt Willich am 9. Dezember 1994 im Ratssaal des Schloses Neersen die Ehrenbürgermeisterwürde verlieh. Gestern ist die engagierte CDU-Politikerin und langjährige Bürgermeisterin der Stadt Willich im Alter von 88 Jahren im Hubertusstift in Schiefbahn, wo sie zuletzt lebte, gestorben.

Politische Weggefährten würdigten gestern das Lebenswerk der vielfach ausgezeichneten Politikerin, die von 1979 bis 1994 Bürgermeisterin der Stadt Willich war. Bürgermeister Josef Heyes sagte, die Stadt Willich und ihre Bürger hätten mit Käthe Franke "eine absolut herausragende Persönlichkeit verloren, der wir unglaublich viel zu verdanken haben". Der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU Willich, Uwe Schummer, betonte, Franke habe als eine der ersten Bürgermeisterinnen in Deutschland vorgelebt, welche Kompetenz Frauen in die Politik einbringen können.

Über den Parteigrenzen

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Bernd-Dieter Röhrscheid, Vorsitzender der Willicher SPD-Fraktinon, sagte, Käthe Franke sei eine Bürgermeisterin gewesen, die über den Parteien gestanden habe. Seine Fraktion habe mit ihr gut zusammengearbeitet und Käthe Franke auch 1989 mitgewählt, als die CDU keine eigene Mehrheit gehabt habe.

Hans-Joachim Donath, Vorsitzender der FDP-Fraktion, sagte, die Stadt verliere "eine großartige Politikerin". Sie habe viel für die Stadt geleistet und zum Wohlstand Willichs beigetragen. "Ich habe alle Achtung vor ihrem Lebenswerk." Dr. Raimund Berg, Vorsitzender der Fraktion der Grünen sagte, Frankes Name sei mit der Stadt eng verbunden und werde es auch bleiben.

Hans Kothen, Vorsitzender des Festspielvereins Schloss Neersen, dessen Ehrenvorsitzende Franke war, sagte, Käthe Franke habe die Festspiele von Anfang an mit viel Sympathie begleitet. "Wir denken gerne an die Zusammenarbeit mit ihr zurück." Käthe Franke wurde 1923 in Willich geboren, wuchs dort auf und besuchte die Volks- und Handelsschule. Nach der Heirat 1944 folgte sie ihrem Mann nach Zwickau. 1946 kam sie nach Willich zurück. In den nächsten Jahre hatte sie schwere Schicksalsschläge zu bestehen: Ihr Mann und ihre älteste Tochter kamen bei Unfällen ums Leben. 1972 trat sie der CDU bei. Bereits 1975 wurde sie Vorsitzende der Kreisfrauenvereinigung, Mitglied im Stadtrat und Vorsitzende des Kulturausschusses.1979 wurde sie zur Bürgermeisterin gewählt und in diesem Amt zweimal bestätigt. Ihr Engagement galt zum einem den sozial schwachen Menschen, zum anderen der Kultur. So war sie von Beginn an eine der größten Befürworter der Schlossfestspiele und später erste Vorsitzende des Vereins Festspiele Schloß Neersen. Zur Kommunalwahl 1994 trat sie nicht mehr an. Dafür leitete sie den erstmals gewählten Seniorenbeirat der Stadt Willich. Eine langwierige Krankheit zwang sie jedoch 1995 dazu, Ehrenämter aufzugeben.

(RP/rl)
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