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Stadt Willich: Kerkhoff-Prozess wird heute fortgesetzt

Stadt Willich : Kerkhoff-Prozess wird heute fortgesetzt

Vor einem südafrikanischen Gericht bei Johannesburg wird seit Wochenbeginn der Prozess gegen den aus Willich stammenden katholischen Pfarrer Georg Kerkhoff fortgesetzt. Die Justizbehörden werfen dem Priester unter anderem vor, Jungen im Alter von neun und zehn Jahren bei einem Vorbereitungswochenende auf die Erstkommunion im Februar 2008 sexuell belästigt zu haben. Kerkhoff war zu diesem Zeitpunkt imm Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde St. Bonifatius in Johannesburg. Kerkhoff weist alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Wie das Internetportal der südafrikanischen Zeitung "The Times" berichtet, hätten am Montag zwei Väter vor Gericht ausgesagt, was ihnen ihre Söhne über das Vorbereitungscamp für die Erstkommunion gesagt hätten. Ein Junge habe seinem Vater erzählt, der Priester habe mit ihm geschlafen. Kerkhoffs Anwalt hat nach Angaben der Zeitung erklärt, der Priester habe versucht, die Jungen zum schlafen gehen zu bewegen. Kerkhoff habe den Jungen gesagt, er müsse sie kitzeln, wenn sie nicht schlafen gingen.

Heute wird der Prozess fortgesetzt. Wie die Ermittlungsbehörden mitteilen, wolle die Staatsanwaltschaft beantragen, zwei der Jungen, die Opfer des Priesters geworden sein sollen und die mittlerweile wieder in Deutschland leben, per Video-Konferenz zu hören. Die Verteidigung lehnt das ab, sie möchte erreichen, dass die beiden Jungen persönlich vor Gericht erscheinen. Das südafrikanische Recht erlaubt die Video-Konferenz. Nun muss das Gericht entscheiden.

Selbstanzeige in Krefeld

Die Deutsche Bischofskonferenz, in deren Auftrag Kerkhoff im Jahr 2007 nach Südafrika ging, hatte den heute 51-Jährigen von seinen priesterlichen Pflichten entbunden, bis die rechtliche Prüfung der Vorwürfe in Südafrika abgeschlossen ist. Anfang Mai dieses Jahres hatte sich Kerkhoff nach Angaben des Bistums Aachen bei der Staatsanwaltschaft in Krefeld selbst angezeigt. Zuvor waren bei der Behörde Beschuldigungen gegen den Priester wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger in Deutschland zur Anzeige gebracht worden. Diese träfen in vielen Punkten zu, hatte Kerkhoff nach Bistumsangaben bestätigt. Kerkhoff war von 1994 bis 2007 im Pfarrdienst im Bistum Aachen tätig, unter anderem in Nettetal und Kempen.

(RP)