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Das Leitbild der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schiefbahn lautet „Eine Schule, die bewegt“

Schiefbahn : Mit den Raketenpausen durch den Tag

Das Leitbild der Astrid-Lindgren-Grundschule lautet „Eine Schule, die bewegt“. Damit ist weit mehr als die sportliche Bewegung gemeint.

Wer in der Astrid-Lindgren-Grundschule vom Erdgeschoss in die erste Etage läuft, der hat, je nachdem, welche Treppe benutzt wird, direkt ein mathematisches Erlebnis. In bunten Farben gibt es auf der einen Treppe das kleine Einmaleins, und auf der anderen Treppe sind es die Zahlen von eins bis hundert, die unübersehbar an den Stufen zu sehen sind. Die Zahlen hat Schulleiterin Cerstin Pelz vor Kurzem an die vertikalen Sichtflächen geklebt, so dass sie für jeden Treppenbenutzer klar und deutlich lesbar sind. „Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, eine Schule zu sein, die bewegt. Ich bin daher immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie man Lernen und Bewegung auf eine etwas andere Art und Weise kombinieren kann“, sagt Pelz.

Im Internet stieß sie auf eine Firma, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt und die Zahlen zum Aufkleben anbietet. Sie bestellte, klebte an und kann nun zusammen mit dem Lehrerkollegium feststellen, dass sich die Grundschüler, wenn sie die Treppe benutzen, mit Mathematik beschäftigten. Sie sagen das kleine Einmaleins auf und nutzen die in Zehnerblöcken für das bessere Mengenverständnis aufgebauten Zahlenblöcke von eins bis hundert.

Das ist aber nicht das einzige neue Angebot, das in diesen Wochen in der Schule Einzug gehalten hat. Im Kollegium wurden die Raketenpausen entwickelt. Sie sind ein Symbol für die Bewegungspause. Zweimal am Tag gibt es gezielte Einheiten mit Bewegungsspielen in den einzelnen Klassen. Bewegung gehört zum Lernen dazu. Nur wer sich ausreichend bewegt, kann Wissen aufnehmen. Das Leitbild „Eine Schule, die bewegt“, spiegelt sich aber nicht nur in der Bewegung an sich wider. Bewegung heißt auch, andere Dinge in Gang setzen. „Wir wollen etwas bewegen, um gesund zu bleiben, um zu lernen, um Nachhaltig zu arbeiten und auch, um mit Situationen umgehen zu können, die emotional bewegend sind“, sagt Pelz. Dazu gehört es, dass die Schule Gemeinschaft lebt, Halt gibt und verschiedene Lernwege anbietet.

„Ein aktives, bewegtes Leben in der Schulgemeinschaft ist uns sehr wichtig. Mit Kindern, Eltern. Lehrern und allen an der Schule Beteiligten leben wir Gemeinschaft“, betont Pelz. Dazu gibt es etliche Kooperationspartner, mit denen die verschiedensten Projekte umgesetzt werden, und es werden immer wieder neue Ideen entwickelt, wie Schule in ihrer ganzen Vielfalt optimiert werden kann. Es gibt die Kinderkonferenz, das Nutzen von Angeboten wie „Fit 4 future“, das Grüne Klassenzimmer, die Mülltrennung in den Klassenräumen, den Fokus Soziales Lernen, Projekte wie „Wilder Müll“, das gesunde Frühstück und den Garten der Freundlichkeit, bei dem Papierblumen mit Stichwörtern wie „Andere ausreden lassen“, „Danke sagen“ und „Zuhören“ gestaltet sind und als bunter Blumenstrauß an die Wände des Foyers gehängt werden. Seit einem Jahr gibt es sogar ein Schullied mit dem Titel „Unsere Schule heißt Astrid-Lindgren-Schule“. Aktuell wird passend zum Lied mit den vierten Klassen ein Schultanz einstudiert. „Wir wollen ihn zum Tag der offenen Tür erstmalig vorführen“, berichtet Pelz.

Das gesamte Engagement und der Einsatz schlagen sich indes in vielen Preisen für die Grundschule nieder. Die Palette reicht von Sportpreisen bis hin zum Umweltschutzpreis der Stadt Willich. Für das kommende Frühjahr soll der Schulhof eine neue Bemalung erhalten, denn auch dort finden sich jede Menge Bewegungsspiele auf dem Boden, die Lernen und Bewegen auf gelungene Art und Weise verbinden. Und bei schlechtem Wetter geht es in die Turnhalle. Dort warten dann Bewegungsspiele auf die Schüler.