Wermelskirchen: Taubenplage bleibt ein großes Ärgernis

Wermelskirchen: Taubenplage bleibt ein großes Ärgernis

Eine Seniorin füttere die Vögel im Bereich Busbahnhof/Aldi. Inzwischen tauchen sie scharenweise auf, beklagt eine BM-Leserin. Das Ordnungsamt kann Bußgelder verhängen, wenn die Fütterer denn auf frischer Tat ertappt werden.

Tauben sind das Friedenssymbol schlechthin. Treten sie in der Stadt jedoch in Scharen auf, werden sie schnell zur Plage. Darüber beschwert sich BM-Leserin Ursula Richter. Im Bereich Bahnhof, Thomas-Mann-Straße und Aldi, beobachte sie zeitweise Schwärme von 50, 60 Tauben. "Das ist mittlerweile unerträglich", schildert die Anwohnerin der Kantstraße ihre Eindrücke.

Foto: Pudelski, Rüttgen, Teifel

Seit eine ältere Dame die Vögel regelmäßig füttere, habe die Population deutlich zugenommen. Anwohner hätten beobachtet, dass die Frau Mais und Körner streue. Die Tauben seien schlau und stellten sich auf die Futtergabe ein, immer mehr würden angelockt. Folge der Taubeninvasion: Überall liege Taubenkot herum. "Der ist aggressiv, das ist einfach ekelig", beklagt sich die Anruferin am Bürgermonitor dieser Zeitung. Mit einem Anruf bei der Stadtverwaltung sei sie nicht weitergekommen, man habe ihr gesagt, dass das Füttern der Tauben nicht verboten sei.

Foto: Teifel Udo

Den Mitarbeitern des Ordnungsamtes sei die Rechtslage bekannt und würden solch eine Aussage nicht treffen, sagt Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann. Aktuell sei die Rechtslage aber so, dass das Taubenfüttern nicht unmittelbar verboten ist, sondern die Verunreinigung öffentlichen Verkehrsraums und Anlagen durch das Futter. Im Juristendeutsch klingt das etwas komplizierter: Vielmehr ist das Taubenfütttern aufgrund der Tatsache verboten, dass Brot oder Körner im öffentlichen Verkehrsraum auf den Boden gestreut werden - und dies eine Ordnungswidrigkeit nach Paragraf 4 der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auf den Straßen und in den Anlagen der Stadt Wermelskirchen ist.

Unzulässig sei insbesondere das Wegwerfen und Zurücklassen von Unrat oder Lebensmittelresten. "Da Tauben grundsätzlich die auf den Boden geworfenen Lebensmittel nicht vollständig aufpicken, und die fütternden Personen die Reste auch nicht selbst beseitigen", sei das ein klarer Verstoß. Wer dabei erwischt wird, müsse mit einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren rechnen, sagt Feldmann. Das Problem ist, die vermeintlichen Taubenfreunde auf frischer Tat zu ertappen.

Ekelig geht es auch anderer Stelle in der Innenstadt zu: Taubenkot liegt seit längerer Zeit in der Löv zwischen Kölner Straße und Telegrafenstraße nicht nur auf dem Gehweg, sondern klebt an den Schiefern oder an den Fensterscheiben. Der Taubenplage Herr zu werden, versucht man inzwischen auf ungewöhnliche Weise: Falknerin Gabriele Fiebig ist seit ein paar Wochen in der Innenstadt tätig. Mit Bussard "Lotti" oder Habicht "Kicki" auf der Hand streift sie durch die Stadt. Fliegen lässt sie die Greifvögel nur in Ausnahmefällen. Fiebig ist Jägerin und seit zwei Jahren auch Hobby-Falknerin. Von November bis Februar wird sie dann zur "Taubenvergrämung" gerufen. "Wenn wir kommen, fliegen die Tauben hoch in die Luft. Es gibt einen Alarm, aber sie kehren auch wieder zurück, wenn sie weiter gefüttert werden." Der Einsatz von Lotti und Kicki ist aber nur bei bestimmten Wetterlagen möglich. Trocken muss es sein, damit das Gefieder nicht zu nass und schwer wird.

(RP)