Wermelskirchen: Saunabetrieb weiter ohne Aufguss und am Wochenende geschlossen

Wermelskirchen: Saunabetrieb weiter ohne Aufguss und am Wochenende geschlossen

Angesichts der schwierigen Personalsituation im Hallenbad ist keine Änderung in Sicht. Viele Saunagänger wandern ab. Es gibt eingeschränkte Öffnungszeiten.

Die Öffnungszeiten im Quellenbad werden nicht reduziert, und für die Sauna muss sich auch künftig niemand anmelden. Mit dieser Klarstellung reagierte der zuständige Beigeordnete Stefan Görnert jetzt im Fachausschuss für Sport, Freizeit und Tourismus auf kursierende Gerüchte. Die waren aufgekommen, weil aus Personalnot wiederholt in den vergangenen Wochen das Hallenbad geschlossen werden musste.

Kritik gibt es immer noch, weil die Mitarbeiter des Hallenbades keine Aufgüsse mehr in der Sauna machen. "Es gibt auch Besucher, die langjährige Sauna- und damit Aufgusserfahrung haben. Warum muss man einen 140-Stunden-Kursus belegen, wie uns die Verwaltung erzählt, um Aufgüsse machen zu können? Nach meiner Kenntnis reicht eine Wochenend-Schulung", sagte Norbert Galonska (SPD). Und: Was sei mit Eigenverantwortung?

Für den Dezernenten war die Info von Galonska neu. "Wir haben mit dem Fachverband gesprochen. Danach darf in einer öffentlichen Sauna nur der Aufguss durch eine ausgebildete Person erfolgen", sagte Görnert.

Kontra gab es da von Klaus Junge (Stadtsportverband): Eine Sauna ohne Aufguss ist keine Sauna." Schwerwiegend sei: Immer mehr langjährige Saunagänger würden nach Hückeswagen abwandern. Das belegen die Zahlen: Im Januar und Februar 2017 kamen im Durchschnitt jede Woche 76 Personen, im gleichen Zeitraum 2018 nur 46. "Es muss eine Lösung gefunden werden, dass Saunagäste selbst den Aufguss machen dürfen. Wenn der heutige Zustand bleibt, besteht die Gefahr einer zwangsweisen Schließung - weil keine Kundschaft kommt", meinte Junge.

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Görnert machte noch einmal klar, dass er kein Personal für Aufgüsse habe: "Die Personalsituation lässt kein anderes Angebot zu." Dem entgegnete Junge: Wenn die Sauna schließe, hätte das auch Auswirkungen auf Cafeteria und Masseurin.

Auch der von Galonska vorgeschlagene Haftungsausschluss ist kein Thema. "Wir haben schon bei den Frühschwimmern einen Rückzug machen müssen und setzen dort Fachpersonal ein. Das fehle letztlich dann bei der Sauna. "Die Hauptaufgabe ist die Aufrechterhaltung des Schwimmbetriebs", machte Görnert klar deutlich.

Die Personalsituation scheint sich indes weiter verschlechtert zu haben. Gestern informierte die Stadtverwaltung über eingeschränkte Öffnungszeiten am Wochenende. Das Quellenbad ist am Samstag und Sonntag lediglich bis 12 Uhr geöffnet, die Sauna bleibt aus personellen Gründen an beiden Tagen geschlossen.

(RP)
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