Entdeckungen im Archivkeller in Wermelskirchen

Tag des offenen Denkmals in Wermelskirchen: Entdeckungen im Archivkeller machen

Der Bergische Geschichtsverein öffnete zum Tag des offenen Denkmals sein Archiv für Besucher. Untergebracht ist es in einem ehemaligen Schutzbunker. Bürger nutzen die Daten beispielsweise für die Familienforschung.

Am Tag des offenen Denkmals ging es hinab in einen Keller. Der Bergische Geschichtsverein (BGV) Wermelskirchen, öffnete sein Archiv unter der Schwanenschule für Besucher. Der Keller ist zwar kein ausgewiesenes Denkmal aber ein denkwürdiger Ort. Im Rahmen der Aus- und Anbauten der Schule um 1963 entstand dieser Keller als Schutzraum und Bunker im Kalten Krieg. Damit wird der Ost-West-Konflikt von 1947 bis 1989 zwischen der Nato und dem damaligen Warschauer Pakt bezeichnet. Der Keller unter der Schule sollte als Schutzraum bei einem Raketen- oder Bombenangriff dienen. Zum Glück mussten die Räume diese Funktion nie beweisen und dienen seit ungefähr 1985 einem friedlichen Zweck.

Der Bergische Geschichtsverein Wermelskirchen hat hier sein Archiv eingerichtet. Immer wieder wurden Versuche unternommen, dieses Archiv mit den Beständen der Stadt zusammenzulegen. Bis heute ist es an den Kosten und an geeigneten Räumen gescheitert. „Wir werden wohl noch eine Weile hier bleiben“, sagte der BGV-Vorsitzende Volker Ernst.

Immerhin ist dem Verein für September 2018 endlich eine Heizung zugesagt worden. „Wir haben mit Schal und Mütze hier unten gearbeitet“, sagte Archivleiter Gerd Werner Gries. Viele Besucher nutzten den Tag der offenen Tür am Sonntag um das Archiv zu besuchen. Teils aus Neugier (“Wie sieht es da aus? – „Was machen die denn da?“) oder auch mit einem gezielten Anliegen. Besucher Richard Kranz erkundigte sich nach einer Mitarbeit im Archiv und fand in Archivleiter Gries direkt einen Gesprächspartner. Gerne betrachtet wurden alte Fotos aus Wermelskirchen, die im Eingangsbereich per Beamer auf eine Wand projiziert wurden. Alte Kirmesbilder, der Bau des Rathauses oder Fotos von vielen Baustellen in der Stadt weckten Erinnerungen. Besucher Hans-Dieter Blum hatte ein altes Dokument aus dem Jahr 1904 mitgebracht. „Ist das was? Könnt ihr das gebrauchen?“, fragte er. Das Dokument ist eine Anmeldung für die Gebrauchs-Rolle. Angemeldet wird ein „Schlitten für Stuckateur-Schablonen“. „Das Dokument ist aus einem Familiennachlass übriggeblieben“, sagte Blum.

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Viele Bürger nutzen die Möglichkeiten des BGV und des Archivs zur familiären Spurensuche. „Zum Stammbaum gibt es viele Anfragen, schriftlich, telefonisch und auch persönlich“, sagte Gries. „Meist werden diese Anfragen an die Stadt gestellt und von dort an uns weitergeleitet“. Grundsätzlich ist die Auskunft kostenlos, aber eine Spende ist für die oft aufwendige Arbeit angebracht. Auch im Bereich Denkmal und Denkmalschutz kann der Verein helfen. „Aktuell sind es 152 Objekte im Stadtgebiet“, sagte Burkhard Stock, stellvertretender Vorsitzender. „Nach und nach werde ich alle fotografieren. Alles ist dann auf Wikipedia / Stadt Wermelskirchen zu finden“.

Mit dem neuen Beiratsmitglied Michaela Böllstorf konnte eine Fachfrau für den Bereich Denkmalschutz gewonnen werden. „Wenn Bürger Fragen zum Thema Denkmalschutz haben, dürfen sie sich bei uns melden“, sagte Stock.

Wichtig ist dem Verein ein Buchprojekt zu „150 Jahre Stadt Wermelskirchen“. „Das ist zwar erst im Jahr 2023, aber solche Vorbereitungen sind aufwendig. Wir sollten früh genug beginnen“, sagte Vorsitzernder Ernst. Ob und wie sich die Stadt Wermelskirchen einbringt und/oder beteiligt weiß der BGV im Moment nicht. Die Vorbereitungen ruhen.