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Fußball: Fleßers' neue Perspektiven

Fußball : Fleßers' neue Perspektiven

Der Viersener Fußballprofi hat seinen Dienst beim Zweitligisten Mainz 05 angetreten. Derzeit wohnt der 21-Jährige im Hotel, da die ihm zugedachte Wohnung noch besetzt ist. Sein Trainer Jörn Andersen will ihn fördern.

Seine neue Heimat kennt Robert Fleßers nur vom Hörensagen. Einige seiner Kollegen haben dem Fußballprofi aus Viersen erzählt, dass Mainz durchaus eine lebenswerte Stadt sei. Verifizieren konnte er diese Angaben noch nicht. Dazu fehlt die Zeit. Letzten Samstag fuhr er in die rheinland-pfälzische Hauptstadt, am Sonntag startete der FSV Mainz 05, der Fleßers bis 2009 unter Vertrag genommen hat (plus Option auf Verlängerung), mit der Vorbereitung auf die neue Saison.

"8000 Leute waren da, die Stimmung gut", sagt Fleßers. Seither ist zweimal pro Tag Training. Keine Zeit also für Sightseeing oder einen Stadtbummel. Schließlich will Fleßers sportlich voran kommen in der neuen Saison, nachdem die vergangene bestenfalls Stillstand in die Karriere des 21-Jährigen brachte.

Eine Knorpelverletzung zwang ihm vier fußballlose Monate auf. Und auch sonst war die Lage misslich: "Es wurden Leute auf meinen Positionen geholt, die erfahrener waren", sagt Fleßers. Nun ja, und oftmals haben es Leute aus dem eigenen Haus ohnehin schwerer, sich nach vorn zu arbeiten. 13 Jahre war er Borusse, nun wurde sein auslaufender Vertrag nicht verlängert. Einige Vereine waren interessiert. Auch der neue Mainzer Trainer Jörn Andersen, einst Co-Trainer von Horst Köppel in Gladbach, erinnerte sich an Fleßers. "In meiner Zeit bei Borussia hat er noch Abitur gemacht. Danach hat er den Sprung zu den Profis geschafft. Er ist eins der größten Talente des deutschen Fußballs", sagt der Norweger, der am Bruchweg die Nachfolge des heldenhaften Jürgen Klopp angetreten hat. "Es ist mir unverständlich, warum Borussia Robert und auch Eugen Polanski nicht mehr gefördert hat", sagt Andersen.

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So griff er zu, als Fleßers auf dem Markt war, und will ihn nun wieder fördern. Nach nur einem Treffen war der Wechsel vom Niederrhein nach Rheinhessen beschlossene Sache. Als "Perspektivspieler" hat Andersen Fleßers geholt, einen, der "Gas geben muss, um ins Team reinzukommen". So war es auch in Gladbach. Nur, dass es dort keine echte Perspektive gab. Fleßers setzt sich realistische Ziele: "Ich will so oft wie möglich im 18er-Kader dabei sein." Kurzeinsätze wären ein Fortschritt, da er in Gladbach zuletzt auf der Tribüne hockte.

Der neue Klub bringt ihn zumindest farblich zurück zu seinen Wurzeln: Rot-Weiß sind die Mainzer Farben — und auch die des 1. FC Viersen, wo 1992 seine Laufbahn begann. Am 11. Juli geht es ins Trainingslager nach Herzlake im Emsland. Möglich, dass Fleßers bis dahin seine erste eigene Bleibe beziehen kann. Daheim in Viersen wohnte er bei seinen Eltern. Nun bekommt er eine der Wohnungen, die der FSV für seine Angegstellen bereit hält. "Noch ist sie besetzt", sagt Fleßers. So ist er vom "Hotel Mama" in Viersen erstmal in ein reguläres Mainzer Hotel umgezogen. Auch ein Grund, warum er bislang kaum etwas von der Stadt gesehen hat. "Vom Hotel bis zum Trainingsgelände sind es 500 Meter", sagt Fleßers. Oft geht er zu Fuß zur Arbeit. Dass er Jörn Andersen aus Gladbach kennt, "ist ein Vorteil". Aber keine Garantie für ein schnelles Stammspieler-Dasein. Darum konzentriert sich Robert Fleßers voll auf Fußball. Mainz kann er noch früh genug persönlich kennen lernen.

(RP)