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Kontakt-Rat-Hilfe erinnert an die Drogentoten von 2020 im Kreis Viersen

Kreis Viersen : Suchtberatung gedenkt der Drogentoten

Im Innenhof der Suchtberatung an der Kreuzherrenstraße in Dülken erinnerten Mitarbeiter an die Verstorbenen. Mit einer Gedenkwand soll ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werden.

Zehn Drogentote im Kreis Viersen verzeichnete der Verein Kontakt-Rat-Hilfe für das Jahr 2020. Zwischen 26 und 61 Jahre waren sie alt. An sie erinnerte der Verein nun bei einer Gedenkveranstaltung zum internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher. Wie ein Sprecher mitteilt, sei die Feier im Innenhof der Suchtberatung an der Kreuzherrenstraße in Dülken coronabedingt klein ausgefallen, Mitarbeiter hätten ihre Erinnerungen an die Verstorbenen ausgetauscht, an „deren von Schicksalsschlägen geprägten Leidenswege“.

Mit einer kleinen Holztafel wird an jeden einzelnen Drogentoten auf einer Gedenkwand erinnert. So soll ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt werden. 2015 erinnerte der Verein so an fünf Drogentote im Kreis Viersen. 2016 waren es elf, 2018 waren es neun.

Bundesweit gab es nach Angaben von Kontakt-Rat-Hilfe im vergangenen Jahr 1581 Drogentote. „Seit fünf Jahren steigen die Zahlen wieder an“, sagt Yella Lennartz, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Sie und Suchtberater Michael Hauser sind überzeugt: „Mit einer anderen Drogenpolitik würde es weniger Drogentote geben.“ Jeder Konsument werde sofort in die Illegalität getrieben, die Kriminalisierung mache einen Jugendschutz wie bei Alkohol und Zigaretten unmöglich. Gefährliche „Verschnitte“ würden den Konsumenten serviert, alles werde dem Schwarzmarkt überlassen. „Wir müssen die Gesundheit in den Vordergrund rücken und dürfen die Abhängigen nicht stigmatisieren“, sagen Lennartz und Hauser.

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1973 wurde der Verein „Drogenberatung Kontakt-Rat-Hilfe Viersen“ gegründet, seit 1996 ist er für die Suchtkrankenhilfe im gesamten  Kreis Viersen zuständig. Im Jahre 2015 wurde er in „Suchtberatung Kontakt-Rat-Hilfe Viersen“ umbenannt. Von den Ehrenamtlern und Angestellten werden nach Angaben des Vereins rund 830 Betroffene betreut.

Der Verein ist telefonisch erreichbar über 02162  95110. Weitere Informationen gibt es online unter www.krh-online.de.

(naf)