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Viersen: Bahnhof braucht Bewachung

Viersen : Bahnhof braucht Bewachung

Die Toiletten am Viersener Bahnhof sind erneut verwüstet worden, Eigentümer Hans-Wilhelm Janissen führt das auf das Fehlen einer Aufsichtsperson zurück. Er streitet weiter mit der Stadt vor Gericht.

Wenn der Viersener Unternehmer Hans-Wilhelm Janissen über den Bahnhof der Kreisstadt spricht, hört sich das oft so an, als spreche ein Vater über sein Kind. Sein Kind, das ihm Sorgen bereitet. Die Toilettenanlage, sagt Janissen, ist wieder einmal verwüstet worden. Gründlich. Die Türen aufgebrochen, die Klodeckel abgerissen, reine Zerstörung. Wenn der Schaden dokumentiert ist, "muss ich die ganze WC-Anlage praktisch neu bauen lassen", sagt er.

 Die große Halle des Viersener Bahnhofs. Eigentümer Hans-Wilhelm Janissen hat sie zu einem Schmuckstück umbauen lassen. Die Unterhaltung des Gebäude verschlingt pro Jahr erhebliche Kosten.
Die große Halle des Viersener Bahnhofs. Eigentümer Hans-Wilhelm Janissen hat sie zu einem Schmuckstück umbauen lassen. Die Unterhaltung des Gebäude verschlingt pro Jahr erhebliche Kosten. Foto: BUSCH

Das soll ihn aber nicht von seinen Plänen abhalten, die er mit dem Bahnhofsgebäude hat. Die Bäckerei hat sich erweitert, ein Stehcafé eröffnet. Dahinter, berichtet Janissen, sind noch 200 Quadratmeter Platz und eine Außenfläche. Die will er zu Veranstaltungsräumen machen, "für kulturelle Zwecke".

Feste sind denkbar

Überhaupt soll im Bahnhof "mehr passieren". Besondere Aktionen zu "traditionellen Festen" schweben ihm vor. Etwa ein Weihnachtsmarkt, das wäre denkbar. Alles ein Zeitproblem, erklärt der Unternehmer, am Geld fehle es nicht.

Unterstützung von der Kommune erwartet er dabei nicht: "Die Stadt übernimmt null Verantwortung." Das zeige sich in der Auseinandersetzung um den Abzug des Bürgerarbeiters, der im Bahnhof für Ordnung sorgte. Offenbar glaube die Stadt immer noch, dass sie das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gewinne, seufzt Janissen. Denn er ist überzeugt, in dem Streit die besseren Karten zu haben.

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Es geht um Grunddienstbarkeiten, das sind ins Grundbuch eingetragene Verpflichtungen, die ein Käufer mit dem Eigentum am Gebäude übernimmt. So hatte die Deutsche Bahn beim Verkauf an die Stadt eintragen lassen, dass diese Reisenden den Zugang zu den Gleisen gewähren muss. Gleiches gab die Stadt an Käufer Janissen weiter und ergänzte das noch um den Durchgang für das "Publikum der Stadt Viersen".

55 000 Euro für Reinigung

Allerdings habe die Stadt, anders als die Bahn, nicht eintragen lassen, dass der Käufer auch die Kosten für diese Grunddienstbarkeit zahlen muss. Allein die Reinigung des Gebäudes koste jährlich 55 000 Euro, rechnet Janissen vor. Aus der von der Bahn vorgegebenen Verpflichtung trage er selbstverständlich seinen Anteil, die andere Hälfte aber müsse die Stadt bezahlen. Das sei, ergänzt er, deutlich mehr als die etwa 4500 Euro, die die Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters gekostet hätte.

Das habe die Stadt nicht tragen wollen, nun müsse sie, wenn das Gerichtsverfahren zu seinen Gunsten ausgehe, sogar deutlich mehr bezahlen. Dabei gehe es ihm gar nicht ums Geld, sagt Hans-Wilhelm Janissen, schließlich habe er die Kosten anfangs auch allein getragen. Er will nur, dass es seinem Kind gut geht.

(iffe)