Fußball: So funktioniert die neue Regionalliga West

Fußball : So funktioniert die neue Regionalliga West

Durch die Reform der Amateurligen steigen für viele Fußball-Clubs die Aufstiegschancen. Im Sommer stellt die NRW-Liga ihren Spielbetrieb ein, dafür startet die neue Regionalliga West. Über Relegationsspiele ist sogar der Sprung von der sechsten in die vierte Liga möglich.

Sechstklassige Duelle gegen DSC Wanne-Eickel oder Westfalia Wickede sind momentan Realität für den ehemaligen Fußball-Bundesligisten SG Wattenscheid 09. Doch bereits in der nächsten Saison könnte der Traditionsclub wieder in der 4. Liga agieren.

Denn durch die zur Saison 2012/2013 greifende Ligen-Strukturreform im deutschen Amateurfußball ist ein "Doppel-Aufstieg" möglich: Die vier besten Sechstligisten in Nordrhein-Westfalen können direkt in die Regionalliga West, die dann vierthöchste Spielklasse, aufsteigen. "So weit planen wir noch nicht, aber Träumen ist erlaubt", sagte Wattenscheids Trainer Andre Pawlak.

Als Unterbau zur 3. Liga werden die bisher drei Regionalligen zur nächsten Saison bundesweit durch fünf vierthöchste Spielklassen ersetzt. Maximal 22 Vereine können sich zunächst für die Anfang August startende Regionalliga West qualifizieren. Etliche Plätze sind noch nicht vergeben. Sicher dabei sind allerdings die meisten der aktuellen NRW-Teams aus der jetzigen Regionalliga West. Zu den Kandidaten zählen unter anderem die früheren Erstligisten Fortuna Köln, Wuppertaler SV und RW Essen sowie bespielsweise die Zweitvertretungen von Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen.

Ein Abstieg aus der Viertklassigkeit soll diesen Sommer nicht möglich sein, allerdings steigt der Regionalliga-Meister letztmalig direkt in die 3. Liga auf. Der NRW-Club Sportfreunde Lotte geht als Spitzenreiter in die Rückrunde.

Aufgestockt wird die künftige Regionalliga unter der Federführung des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) durch sieben klassentiefere Vertreter. Die NRW-Liga als bislang fünfthöchste Staffel stellt zum Ende dieser Saison ihren Spielbetrieb ein.

Die besten drei Mannschaften der NRW-Liga qualifizieren sich direkt, die Teams auf den Plätzen Vier bis Sieben ermitteln in Relegationsspielen gegen die Meister aus den Verbandsligen vier weitere Aufsteiger. "Man muss den Verbandsliga-Meistern einen Anreiz bieten, sonst wäre es für sie ein witzloses Jahr", sagte WFLV-Präsident Hermann Korfmacher.

Somit können die bisherigen Sechstligisten wie SV Lippstadt (Westfalenliga I), Wattenscheid 09 (Westfalenliga II), FC Hennef (Mittelrhein) oder der FC Kray (Niederrhein) auf die Relegation und den "Doppel-Aufstieg" in die Regionalliga hoffen. Diese Aussicht spornt an. Am Niederrhein liegt auch TuRU Düsseldorf als Verfolger des FC Kray gut im Rennen.

Mehr als die Hälfte der 18 NRW-Liga-Teams hat noch den Aufstieg im Visier. Kaum zu stoppen ist der souveräne Spitzenreiter Viktoria Köln. Doch auch der einstige Bundesligist KFC Uerdingen will sich zurückmelden. Die Krefelder überwintern zwar als Tabellenachter der NRW-Liga, könnten aber von einem Sonderpassus profitieren. Die zweiten Mannschaften von Drittligisten dürfen nicht in der neuen Regionalliga spielen. Das Team von Arminia Bielefeld II belegt nach 17 Spieltagen in der NRW-Liga zwar den dritten Platz, dürfte aber nicht aufsteigen, so lange die Erstvertretung in der 3. Liga bleibt.
Stattdessen würde das nächstbessere Team nachrücken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fortuna II - Bor. M'gladbach II 1:1

(rl)
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