Tulpensonntagszug 2018 in Tönisvorst: "Zwerge von der Schulstraße" holen den ersten Platz

Tönisvorst: "Zwerge von der Schulstraße" holen den ersten Platz

Die 155 Zwerge und ihr Schulwittchen von der Katholischen Grundschule haben bei der Prämierung der Fußgruppen am Tulpensonntag gewonnen.

Da war sich die Jury, bestehen aus Bürgermeister Thomas Goßen, Udo Beckmann vom Heimatbund und Peter Siegel vom Stadtkulturbund, einig: Die 155 Zwerge der Katholischen Grundschule mit dem Lehrer Markus Huypen als Schulwittchen waren mit ihren roten Zipfelmützen, weißen Bärten, karierten Hemden und grünen Schürzen die schönste Fußgruppe im St. Töniser Tulpensonntagszug. Bei der Prämierung der drei besten Fußgruppen und der drei aufwendigsten Wagen durch das Tönisvorster Karnevalskomitee (TKK) lagen die Zwerge von der Schulstraße deshalb ganz vorne.

Lehrerin Manuela Dallner nimmt die Urkunde und die Prämie in Höhe von 100 Euro von Sarah Rütten und Dieter Hackstein, den Vertreter des Tönisvorster Karnevalskomitees, bei der kleinen Feierstunde in der Gaststätte Boves freudestrahlend entgegen. "Damit haben wir nicht gerechnet", sagt die Lehrerin. Die Urkunde werde in der Vitrine der Grundschule, in der schon einige Sportpokale stehen, einen Platz bekommen, und das Geld komme in den Karnevalstopf fürs nächste Mal. "Wahrscheinlich werden wir es nicht schaffen, jedes Jahr mitzuziehen, dafür ist der Aufwand doch zu groß", weiß die Mitorganisatorin.

Eine Teilnahme der Katholischen Grundschule am Karnevalszug alle vier Jahre sei aber schon das Ziel. "Dann hat jeder Schüler einmal die Gelegenheit bekommen, das mitzuerleben", sagt Manuela Dallner, die es ebenso wie das Kollegium wichtig findet, Rituale zu leben und Traditionen zu vermitteln. Übrigens wurden die Grundschüler nicht nur für ihre originellen Kostüme und das lustige Motto ausgezeichnet, auch das Verhalten während des Zugs wird von der Jury bewertet. Und da die Schüler, Lehrer und Eltern bester Laune waren und während der Wartezeiten spontane Tänze und eine Polonaise einlegten, bekamen sie auch dafür von der Jury die volle Punktzahl.

Den zweiten Platz sicherte sich die fünfköpfige Fußgruppe um Erich Schützendorf, die als strahlende Sonnen mitzogen. Auf den dritten Platz kamen die "Lustigen Zugvögel", obwohl sie erstmals die Kostüme - die 30-köpfige Mehrgenerationengruppe ging als Raupen und Schmetterlinge - nicht komplett selber genäht hatten. "Wir gehen seit 35 Jahren im St. Töniser Zug mit und es ist immer toll", sagt Georg Jochinke. Vier Mal sind die Zugvögel bereits ausgezeichnet worden. "Das ist eine schöne Anerkennung, und weil wir keine Sponsoren haben, können wir das Preisgeld gut für das Wurfmaterial und die Kostüme im nächsten Jahr brauchen."

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Bei den Wagen gewann die Rheinische Landjugend den ersten Preis. Als olympische Wintersportler verkleidet zogen die Jugendlichen in einem toll dekorierten Pistenwagen mit. Den zweiten Platz teilen sich in diesem Jahr das Michael-Ende-Gymnasium, das dem Zug 111 Zauberlehrlinge in Form von Harry Potter und Hermine bescherte, und die Gruppe "Darios Leute", die sich selbst einen großen goldenen Oskar verliehen hatten. "Ob laut oder leise, wir verleihen uns unsere eigenen Preise" war das Motto, unter dem junge Menschen in feinen Anzügen und edlen Abendkleidern durch St. Tönis zogen.

Bei aller Freude über die vielen Teilnehmer und die originellen Kostüme mischt sich für Dieter Hackstein auch ein Wermutstropfen in den Rückblick auf den Tulpensonntagszug. "Es ist so schade, dass es immer mehr Jugendliche gibt, die durch ihr Verhalten die Zukunft des Karnevals in Gefahr bringen", sagt Hackstein und spielt damit auf viele stark alkoholisierte und einige aggressive Zaungäste an.

Vier Stunden hatte der närrische Umzug in diesem Jahr gedauert, weil Polizei und Rettungskräfte immer wieder Jugendliche aus den Zuschauerreihen holen musste und der Zug dadurch jedes Mal unterbrochen wurde. "Wir können die Sicherheitsauflagen finanziell und personell schon jetzt kaum noch erfüllen", sagt Hackstein, wenn es weitere Verschärfungen gebe, könnte das TKK irgendwann gar keinen Karnevalszug mehr in St. Tönis organisieren, prophezeit der Zugleiter.

(WS03)