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Tönisvorst: Baumretter spenden Hochbeete

Kitas in Tönisvorst : Baumretter spenden Hochbeete

Sven Pricken ist weiter auf Kita-Tour. Nach Kiri-Bäumen hat der Tönisvorster diesmal Hochbeete dabei. Die gesamte Aktion ist auf das Baumrettungsprojekt in Tönisvorst zurückzuführen. Weitere Unterstützer sind dazu gekommen.

„Wir können nur Danke sagen und ein Lob für diese Aktion aussprechen. Es ist einfach fantastisch“, sagt Sina Cremer. Die Leiterin der katholischen Kindertagesstätte St. Antonius in St. Tönis steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. Der Grund für die Freude ist ein Hochbeet aus Holz, das jetzt neben der Gartenfläche steht, die die Kita auf ihrem großen Außengelände neu angelegt hat und auf der die Kinder zusammen mit den pädagogischen Fachkräften fleißig gärtnern. Die Themen Gärtnern, Umwelt und Nachhaltigkeit werden in der Einrichtung groß geschrieben, daher musste das Team um Cremer auch nicht lange überlegen, als sie noch einen Wunsch in Sachen Ausstattung für das Außengelände äußern durften.

Ein Hochbeet war schon lange der Traum gewesen. Nun ist es realisiert worden. Möglich gemacht hat es Sven Pricken. Der Tönisvorster rief in diesem Jahr ein Baumrettungsprojekt zum Baugebiet an der Friedrichstraße in St. Tönis ins Leben. Wegen der Neubaumaßnahmen wären vier Kiefern und zehn Säuleneichen der Kettensäge zum Opfer gefallen. Pricken hatte die Idee, die Bäume mittels einer Spendenaktion zu retten. In Julian Pipper vom gleichnamigen Tönisvorster Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen gewann er einen Partner, was die Umpflanzung betrifft. Eine Spendenaktion lief an, wobei die Unternehmensgruppe Gebab als Bauherr letztendlich selbst für die Kosten aufkam. Schnell war klar: Die bereits gespendeten 8500 Euro sollen den Kitas zugutekommen, und zwar für die Anschaffung von Obstbäumen und -sträuchern sowie von Hochbeeten.

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In einer ersten Runde schafften Pricken und Pipper Kiri-Bäume an. Alle Kitas, bis auf die Einrichtungen in städtischer Trägerschaft, erhielten zwei Kiri-Bäume, die sich durch ein besonders schnelles Wachstum auszeichnen und gut mit dem Klimawandel zurechtkommen. Der Plan: In drei Jahren soll die erste Hängematte zwischen den beiden Bäumen hängen. „Die städtischen Kitas durften die Bäume nicht entgegennehmen. Die Begründung lautete, es seien keine einheimischen Gewächse“, berichtet Pricken.

Den Kitas sollte weiter Gutes getan werden, da noch Geld im Spendentopf war. Sie konnten ihre Wünsche anmelden, ob sie Obstbäume oder -sträucher oder ein Hochbeet haben wollten. Auch hier standen die städtischen Kitas außen vor. Die Erklärungen, die Pricken erhielt: Obstbäume seien wegen Fallobst und Bienen, die Kinder stechen könnten, zu gefährlich. Obststräucher und Hochbeete seien zu arbeitsintensiv. Es gebe kein Personal, das sich darum kümmern könnte.

Das sahen die anderen Kitas ganz anders. Sie erfüllten sich ihre Wünsche, um gemeinsam mit den Kindern zu gärtnern und ihnen die Natur auf diesem Weg ein Stück näherzubringen. In Sachen Hochbeet konnte sich die Kita Antonius auch noch über die erste Bepflanzung freuen.

Lars Gather vom gleichnamigen Gartenbauunternehmen aus Vorst und der Tönisvorster Gemüsebauer Hans-Peter Böhm spendeten Kräuter und Salatpflanzen. „Das ist eine so tolle Aktion, die wir von unserer Seite gerne ein unterstützen möchten“, sagen die beiden Spender, die auch die anderen Kitas mitausrüsten möchten, die sich für ein Hochbeet entschieden haben.

Die Pflanzen in der Kita St. Antonius wurden direkt an Ort und Stelle von den Kindern zusammen mit Erzieher Heiko Ludwig eingepflanzt. „Wir freuen uns schon aufs erste Ernten, wenn wir gemeinsam einen Kräuterquark oder einen Salat machen“, bemerkte Cremer.

Danach rückte das nächste Geschenk in den Mittelpunkt. Pricken hatte beim Besuch in der Kita St. Antonius nämlich noch eine besondere Überraschung dabei. Diesmal war es allerdings nichts für den Garten, sondern ein Kinderbuch mit dem Titel „Rexi reist“. Der aus Emden stammende Autor Timo Schnabel kennt Pricken und spendete ihm für jede Kita ein Buch. Ein Geschenk, das diesmal auch die städtischen Kitas annehmen durften.