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Tönisvorst: Mehr Auspendler an Tönisvorst binden

Tönisvorst : Mehr Auspendler an Tönisvorst binden

Mit einer deutlichen Mehrheit von 23 von 38 Stimmen hat der Stadtrat die weiteren Schritte des Schulträgers für eine Gesamtschule in St. Tönis auf den Weg gebracht. Die CDU-Mitglieder des Schulausschusses enthielten sich der Stimme.

In seiner November-Sitzung hatte der Stadtrat in geheimer Abstimmung beschlossen, das Verfahren zur Änderung der Schulform der Sekundarschule in eine Gesamtschule einzuleiten und den Antrag bei der zuständigen oberen Schulaufsicht einzureichen. Im Rahmen dieses Verfahrens muss der oberen Schulaufsicht eine "anlassbezogene Schulentwicklungsplanung" vorgelegt werden. Diese wurde jetzt in der Ratssitzung am Dienstag mehrheitlich beschlossen (bei vier Nein-Stimmen bei FDP und SPD und elf Enthaltungen bei der CDU. Angelika Hamacher (CDU), Vorsitzende des Schulausschusses, hatte vor der Abstimmung erklärt, der Schulausschuss, der zu einem anderen Votum gekommen war, akzeptiere die Entscheidung des Rates, die CDU-Mitglieder des Schulausschusses würden sich aber jetzt der Stimme enthalten.

Die Verwaltung hat jetzt aufgelistet, wieviele Kinder zur Einschulung anstehen und nach vier Grundschuljahren auf eine weiterführende Schule wechseln. Aufgrund dieser Fortschreibung hat die Verwaltung die Schüler- und Klassenzahlen für das Michael-Ende-Gymnasium bis zum Schuljahr 2025/26 hochgerechnet. Nach diesen Zahlen steigen die Schülerzahlen am Gymnasium in St. Tönis jetzt noch an und erreichen im Schuljahr 2017/18 mit 1064 Schülern ihren Höchstwert, 2021/22 fallen sie dann unter die 1000er-Marke. Der Klassenraumbedarf wird sich von heute 41 auf 44 Klassenräume in 2017/18 ansteigen und auf 40 in 2025/26 absinken.

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Die Sekundarschule/Gesamtschule wird bis zum Schuljahr 2018/19 ihren Vollausbau erreicht haben und dann von voraussichtlich 594 Schülern besucht werden. Danach werden die Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2025/26 auf 504 absinken. Die Verwaltung sieht die Sekundarschule/Gesamtschule als eine auf Dauer im Bestand gesicherte dreizügige Schule an. Der Klassenraumbedarf steigt bis zum Schuljahr 2018/19 auf 24 Klassenräume an und sinkt bis zum Schuljahr 2021/22 auf 18 Klassenräume ab. Mit Blick auf die insgesamt sinkenden Schülerzahlen geht die Verwaltung davon aus, dass nach 2025/26 auf das Gebäude Kirchenfeld verzichtet werden könne und beide Schulen im Schulzentrum Corneliusfeld untergebracht werden könnten.

Der Antrag auf eine Gesamtschule wurde mit der oberen Schulaufsicht besprochen. Bei der Beratung des Schulträgers wurde die Änderung der Schulform unter gewissen Vorgaben als möglich angesehen: Die Zahl der Auspendler an weiterführende Schulen außerhalb von Tönisvorst muss verringert werden, es müsse versucht werden, diese Schüler an der Schulstandort Tönisvorst zu binden. Das Michael-Ende-Gymnasium muss von fünf auf vier Züge reduziert werden, um Schüler auf die Gesamtschule zu leiten. Außerdem müssten Gymnasium und Gesamtschule in der Oberstufe eine intensiv zusammenarbeiten, um ein attraktives Kursangebot für beide Schulen anbieten zu können.

Die obere Schulaufsicht geht davon aus, dass am Schulstandort Tönisvorst ein vierzügiges Gymnasium und eine vierzügige Gesamtschule in enger Kooperation bestehen können. In der Prognose der Verwaltung erreichen beide Schulen die Schülerzahl von 108, die nach dem Klassenfrequenzwert (27 Schüler) für eine vierzügige Schule (108) angesetzt wird. Da nach den Meldedaten zukünftig nur rund 200 Kinder schulpflichtig werden, kann diese rechnerische Größe von 108 Schülern in Eingangsklassen je Schule nur erreicht werden, wenn Kinder aus anderen Gemeinden einpendeln (etwa Krefeld-Forstwald).

Nach dem Melderegister werden im Schuljahr 2017/18 60 Kinder in Vorst und 175 Kinder in St. Tönis schulpflichtig. In Vorst können zwei Eingangsklassen an der Grundschule gebildet werden und acht in St. Tönis. Die Grundschule Corneliusfeld ist zweizügig genehmigt, von den verbleibenden sechs Klassen werden vier auf die Grundschule Hülser Straße und zwei auf die Katholische Grundschule verteilt. Bei drei Eingangsklassen an der Hülser Straße wären die Klassen zu groß.

(RP)