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Handball: Kantersieg im Endspurt

Handball : Kantersieg im Endspurt

Der Bergische HC zeigte sich nach seiner Vorwochen-Niederlage in Bittenfeld gut erholt. In dem traditionell robust geführten Prestigeduell gegen den HSC Coburg setzten sich die Löwen mit 36:25 (16:12) durch.

Zdenek Vanek hat sich nach Spielende bemüht, die Wogen etwas zu glätten. Der von ihm betreute HSC Coburg hat dem Bergischen HC nicht nur beide Punkte überlassen. Nach der 25:36-Niederlage beim Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga Süd hat der Coach der Franken glaubhaft ausgesprochen, "dass das hoffentlich mit dem Aufstieg klappen wird".

Dass die Coburger federführend bei dem Protest vor dem Sportgericht des Deutschen Handball-Bundes im "Fall Pekeler" gewesen waren, der den zwischenzeitlichen Sechs-Punkte-Abzug zur Folge gehabt hatte, bekam die Mannschaft nur vor Spielbeginn zu spüren. Der übliche faire Applaus beim Einlaufen des Gästeteams blieb in der mit 2100 Zuschauern gefüllten Bayerhalle aus, stattdessen gab es ein erträgliches Pfeifkonzert. Das war's dann aber auch mit dem Nachkarten. Alles Weitere wurde sportlich auf dem Feld geregelt.

Dass es kein schönes Handballspiel wurde, hatte nichts mit Revanchegelüsten zu tun. Wenn beide Teams aufeinander treffen, stößt der kämpferische Einsatz traditionell an die Grenze des Erlaubten. Fast genauso traditionell waren gestern abermals Philipp Dinges und Daniel Kirsch mit der Aufgabe betraut worden, in dem Prestigeduell für Ordnung zu sorgen. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatte das Schiedsrichter-Duo Probleme, seine Linie zu finden. Zum Glück waren die Verhältnisse bei einer deutlichen BHC-Führung da schon längst geklärt.

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Hang zur Übermotivation

Anfangs allerdings hatte die Truppe von Ha De Schmitz Mühe, sich trotz ihrer körperlichen und spielerischen Dominanz abzusetzen. Der Löwen-Coach machte das an der Sicherheit fest, "die wir nach der jüngsten Niederlage in Bittenfeld erst wieder zurückgewinnen mussten". Auf dem Feld bemerkbar machte sich das in Aktionen mit dem Hang zur Übermotivation. "Wir wollten zu viel, deswegen wurde oftmals zu früh abgeschlossen."

Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis die Gastgeber ihre Ruhe und Geduld gefunden hatten. Runar Karason, erstmals seit seinem Wechsel aus Berlin in die Anfangsformation beordert, eröffnete den ersten Zwischenspurt mit seinem zweiten Treffer sowie einem Anspiel auf Hendrik Pekeler, der gestern fast nur durch Fouls zu stoppen war. Den damit verbundenen Siebenmeter verwandelte Alexander Oelze (8:5) genauso wie den folgenden Strafwurf zur ersten Vier -Tore-Führung.

Die Bergischen haben es in der ersten Hälfte nur versäumt, frühzeitig einem sicheren Sieg entgegen zu steuern. "Wir hatten viele tolle Aktionen", bilanzierte Ha De Schmitz. Ein Zentimeter genauer Pass von Keeper Mario Huhnstock auf Christian Hoße (24. / 14:8) gehörte dazu. "Aber wir haben auch eine ganze Menge Fehler gemacht." Deshalb konnten die Coburger einigermaßen in Reichweite bleiben – bis zur 43. Minute. Nach einer Auszeit markierten Alexander Oelze (2), Kenneth Klev und Jens Reinarz vier Treffer in Serie zum 27:19 (46.), die die Sicherheit gaben, um das Ergebnis danach noch deutlich nach oben zu schrauben.

(RP)