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Rommerskirchen: Landwirte wollen jetzt verstärkt düngen

Rommerskirchen : Landwirte wollen jetzt verstärkt düngen

Ortslandwirt Karl Schütz und sein Stellvertreter Hubertus Velder sind sich sicher, dass die Natur nach dem langen Winter vieles aufholt.

Zu denjenigen, die den Frühling am dringlichsten herbeisehnen, zählen die Landwirte. Der lang anhaltende Winter und der sich erst langsam bemerkbar machende Frühling haben dazu geführt, dass die Bauern gegenüber normalen Jahren mit ihrer Arbeit gut drei Wochen im Rückstand sind.

Dennoch herrscht bei Ortslandwirt Karl Schütz und seinem Stellvertreter Hubertus Velder alles andere als Panikstimmung. "Die Natur holt vieles wieder auf", sind sich die beiden einig. Beide bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass in den kommenden Wochen auch organischer Dünger zum Einsatz kommt. Um den Geruch zu minimieren, soll der Dünger möglichst direkt eingearbeitet werden.

"Wenn es jetzt 14 Tage schön warm ist, sind wir sehr zufrieden", sagt Velder. "Richtig kalt war es ja nicht", sagt der Inhaber des Vanikumer Hofs und verweist darauf, dass auch während der Frostzeit nur ganz selten zweistellige Minusgrade zu verzeichnen waren. Dennoch hat es natürlich Witterungsschäden gegeben: Beim Kopfsalat machen die Karl Schütz zufolge immerhin gut zehn Morgen aus.

Auch blumenproduzierende Betriebe hatten zuletzt deutliche Absatzschwierigkeiten. "Die einzigen, die liefern können, sind diejenigen, die ihren Betrieb mit Fernwärme heizen", so Schütz. Auch Bauern, die vorwiegend Spargel anbauen, sind in deutlichem Verzug, wobei die in Rommerskirchen allerdings eher eine kleine Minderheit bilden. Hier spielt nun einmal der Anbau von Zuckerrüben die absolut dominierende Rolle und da "liegt fast alles im normalen Bereich", betont Velder.

Anfang April ist gesät worden, jetzt "braucht es natürlich auch Sonne", hofft er, dass der Frühling nun wirklich beginnt. 2011 und 2012 konnten die Landwirte bereits Mitte März säen: "Das war relativ früh, hat aber zu sehr guten Erträgen geführt", sagt Schütz. Prognosen über den diesjährigen Ernteverlauf mögen beide nicht abgeben. Dies gilt weniger angesichts der natürlichen als vielmehr der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. "Wir leben nun mal in einer globalisierten Wirtschaft. Hohe Erträge nutzen uns relativ wenig, wenn es uns die Preise nicht ermöglichen, auskömmlich zu produzieren", sagt Velder.

Auch bei der Instandsetzung der Feld- und Grünwege wollen sich die Bauern in den kommenden Wochen engagieren. "Die haben zuletzt besonders stark gelitten", weiß Karl Schütz, der in Villau das mehr als 800 Jahre alte Gut Muchhausen betreibt. "Es ist nur sinnvoll, die Wege bei trockenem Wetter aufzugrubbern."

Die beiden Sprecher der Landwirte werben bei den Freizeitnutzern der Wirtschaftswege für gegenseitiges Verständnis. "Vor 40 Jahren dachte noch keiner an die Gewichte der Maschinen, die heute benutzt werden", nennt Velder den wesentlichen Grund dafür, dass die Wege regelmäßig ausgebessert werden müssen.

Bewährt habe sich das in Rommerskirchen übliche Verfahren: "Wir sind der Gemeinde ausgesprochen dankbar, dass sie uns Mittel zur Ausbesserung der Feldwege zur Verfügung stellt."

(NGZ/EW)