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Rommerskirchen: Start für öffentlichen Bücherschrank

Rommerskirchen : Start für öffentlichen Bücherschrank

Seit gestern können Bürger aus einem Schrank vor dem Rathaus Bücher entleihen und einstellen.

Die von Architekt Hans-Jürgen Greve entworfenen Bücherschränke sind derzeit viel gefragt: Am Sonntag wurde in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku einer eröffnet. Gestern nun war Rommerskirchen an der Reihe.

Unmittelbar vor dem Rathaus an der Eckumer Bahnstraße befindet sich der 2,20 Meter hohe und 60 Zentimeter breite Schrank, der Platz für ungefähr 250 Bücher normalen Formats bietet. Nach Korschenbroich vor gut einem Jahr ist Rommerskirchen die zweite Kommune im ganzen Kreisgebiet, die über einen solchen öffentlichen Bücherschrank verfügt.

"Das Projekt hat sich inzwischen in der ganzen Republik weitgehend etabliert", sagt Rathaussprecher Elmar Gasten, der auch dem Vorstand der Bürgerstiftung angehört. Auf deren Betreiben ist die Aufstellung des Bücherschranks möglich geworden.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Vorsitzende Eckart Roszinsky gestern bei der offiziellen Eröffnung mit einer ganzen Bücherkiste vertreten war. Bürgermeister Albert Glöckner konnte mit dem Inhalt eines Zuhause leer geräumten Regals aufwarten — und der Rest soll sich nach dem Willen der Initiatoren finden: Bürger können kostenlos ein Buch entnehmen, das sie lesen möchten und Bücher einstellen, für die sie keine Verwendung mehr haben. "Wir freuen uns über das neue Angebot. Dabei geht es darum, die Bürger, insbesondere die Jugend zum Lesen anzuregen", sagte Albert Glöckner.

Entstanden ist die Idee bei einer Vorstandssitzung der Bürgerstiftung im September 2012: "Willi Kremer-Schillings hatte einen solchen Schrank in Bonn gesehen und auch für Rommerskirchen vorgeschlagen", erinnert sich Eckart Roszinsky. Schon bald als Sponsor für das gut 2500 Euro teure Projekt im Boot war RWE. Peter Mathis, Leiter des RWE-Regionalzentrums in Neuss sowie Kommunalbetreuer Manfred Hausmann von RWE Deutschland mochten sich gestern die Eröffnung denn auch nicht entgehen lassen.

Mit der Wahl des Standorts unmittelbar vor dem Rathaus sind alle Beteiligten zufrieden. "Am Center am Park durfte aus Gründen des Feuerschutzes kein Bücherschrank aufgestellt werden", verweist Eckart Roszinsky auf eine nur vermeintliche Alternative. Viel Publikumsverkehr gibt es auch am Bahnhof, doch dort "wäre es vor allem nachts schlecht um die Sozialkontrolle bestellt", wie Elmar Gasten sagt.

Ernsthafte Befürchtungen in puncto Vandalismus gibt es nicht. RWE hat in den vergangenen Jahren etliche öffentliche Bücherschränke gesponsert und lediglich einer ist beschädigt worden, wie RWE-Pressesprecherin Judith Meuter sagt. Aus Korschenbroich, wo der Bücherschrank sich gleichfalls im Ortskern befindet, sind seit dessen Eröffnung im Februar 2012 keine Klagen bekannt geworden. Die Bürgerstiftung übernimmt die Patenschaft für den Schrank: Eckart Roszinsky und seine Mitstreiter werden ihn säubern und in Schuss halten.

(NGZ/rl)