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Rommerskirchen: Prinz Salm-Salm zu Besuch in Frixheim

Rommerskirchen : Prinz Salm-Salm zu Besuch in Frixheim

Emanuel Prinz zu Salm-Salm nahm als Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften an einem wichtigen Treffen des Diözesanverbands Köln teil. Organisiert hatten es die Frixheimer Sebastianer.

Der eine oder andere Schütze stellte sich vorab die bange Frage, ob er denn das nicht einmal 700 Einwohner zählende Frixheim auch (rechtzeitig) finden würde. Dr. Emanuel Prinz zu Salm-Salm beantwortete sie mit exaktem Timing: Gut zehn Minuten bevor dort die heilige Messe begann, traf der Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) an der Schützenhalle ein. Anlass seines Besuchs war die Versammlung des Kölner Diözesanbruderrats sowie der Diözesanvertreter. Die hatte angesichts der kürzlich erfolgten Amtseinführung von Bundespräses Heiner Koch als neuem Bischof von Dresden-Meißen verschoben werden müssen. Die Frixheimer Sebastianer um Präsident Matthias Schlömer hatten sich kurzfristig bereiterklärt, das Treffen auszurichten.

Am Ende der gut fünfstündigen Zusammenkunft konnten die Organisatoren großes Lob für ihre Leistung entgegennehmen, die dem Hochmeister gut gefallen hatte. In seinem dritten Jahr an der BHDS-Spitze will der Adlige aus dem Münsterland nun den von Wolfgang kuck aus Deelen geleiteten Diözesanverband Köln näher kennenlernen. Zuvor hatte der Prinz die Diözesanverbände Münster und Paderborn eingehender unter die Lupe genommen. Im Gegensatz zu seinem zeitweise allgegenwärtigen Vorgänger Prinz Hubertus zu Sayn-Wittgenstein, "springe ich nicht von rechts nach links", betonte der seit März 2011 amtierende Hochmeister. Die BHDS-Gliederungen wolle er sich systematisch ansehen, wobei er auch Einladungen einzelner Bruderschaften wahrnehmen will."

An der Diskussion beteiligte sichSalm Salm lediglich bei der immer wieder brisanten Frage, wie es die christlich orientierten Bruderschaften mit Mitgliedern halten sollten, die aus der Kirche ausgetreten sind. Er sprach sich "für klare Entscheidungen aus", die zuweilen "ganz harter Tobak" sein könnten. Diese müssten indes vor Ort fallen, denn "wir können nicht von Bundes- oder Diözesanebene in Ihre Bruderschaften hineinregieren", sagte der promovierte Jurist vor den gut 150 Teilnehmern. Aus seiner Sicht jedenfalls sei es "besser, eine klare Entscheidung zu finden als in ein Sumpfgebiet zu kommen, in dem dann alle versinken." Die BHDS-Satzung lässt keinen Zweifel daran, dass mit dem Kirchenaustritt eigentlich auch die Mitgliedschaft in einer Bruderschaft erlischt. Die verfahren dabei in aller Regel etwas großzügiger: Erlangen sie Kenntnis von dem Austritt, wird die Mitgliedschaft meist weiter toleriert, wobei allerdings darin Konsens herrscht, dass dieser Schütze keine Leitungsfunktionen bekleiden kann.

Begeistert zeigte sich Salm-Salm "von der großen Anzahl Schützen" , aber auch von deren Diskussionsfreude. Dass Diözesanpräses Reinhold Steinröder zuvor eine heilige Messe zelebriert habe, sei heute auch "keine Selbstverständlichkeit mehr", sagte der 51-Jährige anerkennend. Zwei Jahre nach seiner Wahl an die BHDS-Spitze gehört er mittlerweile selbst einer Bruderschaft an: Mitglied ist er bei den St. Sebastianus-Schützen aus Düsseldorf-Angermund. "Bei mir Zuhause gibt es fünf Schützenvereine. Wenn ich da in einen eingetreten wäre, wären die anderen sauer gewesen", begründet er seine Wahl für eine Bruderschaft auf "neutralem" Gebiet. Vom 10. bis 12. Mai wird Salm-Salm in Stürzelberg am Bundesköniginnentag teilnehmen.

(NGZ)