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Rommerskirchen: Kommunen sparen durch Arbeitsteilung

Rommerskirchen : Kommunen sparen durch Arbeitsteilung

Durch engere Zusammenarbeit wollen Rommerskirchen und Dormagen Ausgaben sparen. So soll unter anderem die Finanzsoftware der Gemeinde an die des Rathauses Dormagen angeschlossen werden. Stellen seien kaum betroffen.

Ein Jahr lang teilten sich die Nachbarkommunen bereits einen Vollstreckungsbeamten. Jetzt soll die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Rommerskirchen und der Stadt Dormagen noch weiter ausgebaut werden.

Im Sommer wird die Gillbachgemeinde an die Finanzsoftware des Dormagener Rathauses angeschlossen. Geprüft wird zudem unter anderem, ob auch im Bereich der Bauverwaltung einzelne Aufgaben an die Verwaltung der Nachbargemeinde übertragen werden können. Ziel der interkommunalen Zusammenarbeit ist es, zu sparen.

"Es hat sich gezeigt, dass eine halbe Vollzeitstelle für den Außen- wie den Innendienst ausreichend ist", bilanziert Kämmerer Hermann Schnitzler die bisherige Zusammenarbeit im Bereich des Vollstreckungswesen. Größerer Stellenabbau innerhalb der Gemeindeverwaltung soll durch die Ausweitung der Kooperation mit Dormagen nicht erfolgen. Man wolle beiderseitig vorhandene Potenziale bestmöglich nutzen.

"Ein weiterer Schritt wird die Anbindung der Finanzsoftware an den IT-Bereich der Stadt Dormagen sein", nennt Dezernent Bernd Sauer den nächsten Bestandteil der interkommunalen Zusammenarbeit. Damit wehrt sich die Gillbachgemeinde gegen die Einführung einer Softwarelösung des Anbieters SAP und geht andere Schritte als der Rhein-Kreis.

Die ITK Rheinland, die den Kreis und die Stadt Düsseldorf zu ihren Kunden zählt, stellt ihre Software um. "Für Gemeinden unserer Größenordnung ist dieses Produkt völlig überdimensioniert", sagt Sauer. Die Nachbarstadt habe sich mittlerweile in Sachen Finanzsoftware von der ITK abgekoppelt. "Dormagen hat uns ein Leistungspaket angeboten, das genau unseren Anforderungen entspricht" , ergänzt er.

Der Dezernent hofft, dass die erweiterte Zusammenarbeit zur Jahresmitte starten kann. Neben dem Steueramt und der Gemeindekasse gibt es seiner Meinung nach auch andere "konkrete Vorstellungen, die in naher Zukunft umgesetzt werden sollen".

Dabei wäre dann auch die Gemeinde gefragt, Aufgaben von der Stadt Dormagens zu übernehmen. Denkbar wäre die Hundesteuer oder auch die Stammdatenerfassung, die dann von Mitarbeitern des Rommerskirchener Rathauses erledigt werden können. "Damit würde auch ein Ausgleich für die Übergabe der Vollstreckungstätigkeit geschaffen werden", erläutert Sauer.

Ein typischer Bereich interkommunaler Zusammenarbeit ist die Bauverwaltung. Geprüft wird aktuell, ob Aufgaben wie die Begehung und Beleuchtung von Straßen, die Situation der Friedhöfe, der Bereitschaftsdienst des Bauhofs oder der Streu- und Räumdienst im Rahmen einer Kooperation arbeitsteilig übernommen werden kann.

Auch Fragen des Brandschutzes und des viel diskutierten Rettungsschutzes werden bei den Gesprächen zwischen beiden Kommunen geklärt. Ob eine Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis bei der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung gemeindeeigener Brücken in Frage kommt, wird Sauer zufolge geprüft. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Kosten.

An einem Punkt ist sich Sauer sicher: "Kooperationen werden es nicht schaffen, die grundsätzliche Konkurrenzsituation zwischen Kommunen zu beenden." Dies zeigt sich besonders im Werben um neue Gewerbeansiedlungen.

(NGZ/EW)