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Rommerskirchen: Ende für Kläranlage Villau rückt näher

Rommerskirchen : Ende für Kläranlage Villau rückt näher

Eine neue Anlage erhöht ab Sommer die Wirtschaftlichkeit der Abwasserbeseitigung. Die Gebühren sinken aber nicht.

Bis 2025 will der Erftverband 19 der 40 Kläranlagen in seinem Einzugsbereich aufgeben. So sieht es der Masterplan des wasserwirtschaftlichen Zweckverbands mit Sitz in Bergheim vor. Eine der ersten Anlagen, die geschlossen werden, dürfte die in Villau sein. Wie Franz-Peter Schiffer vom Erftverband im Haupt- und Finanzausschuss bestätigte, verlaufen die 2014 begonnenen Arbeiten an einem neuen Verbindungssammler programmgemäß und werden aller Voraussicht nach im Sommer abgeschlossen sein. Danach dürfte endgültig der Countdown für das Klärwerk in Villau anbrechen.

Die höhere Wirtschaftlichkeit bei der Abwasserbeseitigung wird sich aber nicht in sinkenden Gebühren für Rommerskirchen niederschlagen. Erste Informationen hierüber hatte der Erftverband der Gemeinde bereits im Frühjahr 2013 gegeben.

Die erteilte damals ihr "Benehmen" - mitzureden hat sie in derlei Fragen nicht. Das im Einzugsgebiet der Kläranlage Villau anfallende Abwasser aus dem Norden der Gemeinde soll künftig über den neuen Verbindungssammler an das Gruppenklärwerk Grevenbroich geleitet werden. Der neue Kanal ist insgesamt sieben Kilometer lang und verläuft auch entlang der Kreisstraße 10 zwischen Noithausen und Barrenstein. Die Arbeiten dort sind zwecks Nutzung von Synergieeffekten mit dem Rhein-Kreis Neuss abgestimmt, der dort einen Radweg baut, der gleichfalls in diesem Jahr fertig werden soll. Der Kreis hatte die bereits 2013 geplante, großflächige Erneuerung der Asphaltdecke auf der K10 eigens wegen des Erftverband-Projekts verschoben. Nach Auskunft des Kreistiefbauamts stellen die Arbeiten des Erftverbands "einen massiven Eingriff in den Straßenkörper der K 10 dar." Der Erftverband richtet in drei bis vier Metern Tiefe eine über drei Kilometer lange Leitung ein. Auf der Höhe der Brücke an der Grevenbroicher Straße verlegt die Grevenbroicher GWG derzeit wegen des Kanalbaus zahlreiche Gas- und Wasserleitungen.

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Die 1981 gebaute Kläranlage in Villau litt nach Angaben des Erftverbands angesichts eines zugefrorenen Beckens im Winter 2010 an massiven Betriebsstörungen und genügt nicht mehr den heutigen technischen Anforderungen. In besserem Zustand befindet sich offensichtlich die schon 1975 in Anstel gebaute Kläranlage. Sie bleibt erhalten: Nur das bisherige Regenrückhaltebecken Meisenweiher wird ersetzt und soll durch ein Überlaufbecken ergänzt werden.

Bei den Abwassergebühren ist es wahrscheinlich, dass der mit der Schließung verbundene Neubau der Verbindung nach Grevenbroich sich zumindest teilweise in der Gebührenbedarfsberechung des Erftverbands für die Gemeinde Rommerskirchen wiederfinden wird. Jedenfalls werde es "günstiger, als wenn der Betrieb in Villau weitergeführt würde", hat Franz-Peter Schiffer den Lokalpolitikern bereits versichert. "Andere Kosten wachsen, wenn die Anlage in Ramrath wegfällt", hatte der damalige Bürgermeister Albert Glöckner die eher trüben Aussichten für die Gebührenentwicklung kommentiert.

(NGZ)