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Alpen: Sekundarschule: Erst mal geht es weiter

Alpen : Sekundarschule: Erst mal geht es weiter

Ein klares Zeichen für den Erhalt der weiterführenden Schule in Alpen gab Staatssekretär Mathias Richter (FDP) gestern bei seinem Besuch in der Gemeinde nicht. Zunächst muss ein neues Schulgesetz als rechtliche Grundlage her, sagte er.

Der hohe Gast aus Düsseldorf, der gestern bei der Sekundarschule Alpen vorfuhr, machte Schulleiter und Gastgeber Tilman Latzel und den Vertretern der Fraktionen Mut. Möglicherweise könne der Fortbestand der Schule quasi über eine Ausnahmegenehmigung - im Behördendeutsch heißt dies "per Duldungsverfahren" - vorerst gesichert werden. Aber, so mahnte Staatssekretär Mathias Richter (FDP) gleichzeitig an, nicht auf immer und ewig. Wichtig sei jetzt erst einmal ein einheitliches Signal aus der Gemeinde, dass man die Sekundarschule erhalten und fortsetzen wolle.

Wegen wiederholt äußerst schlechter Anmeldezahlen ist die Eigenständigkeit der Alpener Schule bedroht. Allerdings hat die neue schwarz-gelbe Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Zweizügigkeit von Sekundarschulen grundsätzlich möglich sein könne.

An der eingeforderten Solidarität innerhalb Alpens wird es nicht mangeln, Schulleiter Latzel betonte gestern die Geschlossenheit des Rates, wenn es darum ging, die Schule soweit wie möglich auszustatten. "Wir erhalten die monetäre Unterstützung, die wir uns wünschen und bieten alles, was eine modernde Schule ausmacht. Das sind alles Zeichen, dass man in Alpen fest an ihre Zukunft glaubt. Ende des Schuljahres werden wir unsere ersten Abschlüsse haben. Dann wird sich zeigen, welche Qualität unsere Sekundarschule hat", zeigte er sich optimistisch. Latzel wünschte sich von dem Gast aus dem Ministerium möglichst ein klares Zeichen für den Erhalt der Schule. Das jedoch konnte Staatssekretär Richter nicht zu 100 Prozent geben. Denn zunächst einmal muss ein neues Schulgesetz die rechtlichen Grundlagen bilden. Bis es den gesamten parlamentarischen Prozess durchlaufen hat, kann gut und gerne ein Jahr ins Land gehen. Der Gesetzentwurf ist intern in der Landesregierung abzustimmen, Verbände müssen gehört werden, Landtagsplenum und Ausschüsse reden ein gehöriges Wörtchen mit, ehe sie das Gesetz verabschieden können. Doch dann wäre es für die Alpener Schule zu spät.

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Der Hoffnungsschimmer: Wenn die Schule erklärter und einhelliger Wille sei, so Richter, dann müsse man sehen, was auf Grundlage des geltenden Rechts möglich gemacht werden könne. "Wir brauchen eine breite Akzeptanz", erklärte er immer wieder in seiner Antwort, ganz schnell ein klares Signal nach außen. "Alle müssen mitmachen." Daran ließen die Vertreter der Ratsfraktionen keinen Zweifel.

Man werde sehr zügig und zeitnah arbeiten, sagte der Staatssekretär zu. Doch die Zeit drängt. Bereits Mitte Oktober beginnen die Elternversammlungen an den Grundschulen, in denen über die Alternativen an weiterführenden Schulen informiert wird. Bis dahin sollte Klarheit herrschen.

Ein Beschluss über den Verlust der Eigenständigkeit der Sekundarschule Alpen ist mit dem Besuch des Staatssekretärs und seinen Ausführungen zunächst einmal vom Tisch. Am 10. Oktober wird der Rat in seiner nächsten Sitzung die Botschaft aus Düsseldorf nur zur Kenntnis nehmen, aber keine Entscheidung fällen. Vielleicht ist bis dahin auch schon eine positive Nachricht von der obersten Schulaufsicht in der Post.

(RP)