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Fußball: Hundebiss, Pyro-Alarm, schmeichelhafter Sieg

Fußball : Hundebiss, Pyro-Alarm, schmeichelhafter Sieg

Fußball: Landesligist FC Remscheid setzt sich vor dem Knüller gegen Spitzenreiter Cronenberg nur mit großer Mühe und erst nach einem Elfmeterschießen im kuriosen Pokal-Viertelfinale in Burscheid durch.

Seit nunmehr 26 Jahren kickt er für den FC Remscheid, aber an einen ähnlichen Abend konnte er sich beim besten Willen nicht erinnern. "Unglaublich", stöhnte Kapitän Markus Hosnjak halb belustigt, halb entsetzt nach einem denkwürdigen Kreispokal-Abend in Burscheid. Mit 10:9 setzte sich der Landesligist im Viertelfinale beim Abstiegskandidaten der Bezirksliga durch. Der hatte als Konsequenz nach der 0:11-Schlappe in der Meisterschaft gegen GW Wuppertal sogar Spieler aus der zweiten Mannschaft (Kreisliga B) aufgeboten. Das macht den FCR-Sieg noch schmeichelhafter.

Höchst kurios war der Spielverlauf. In den 120 Minuten lag der lauf- und kampfstarke BVB, für den Marquet, Amiri, Türksoy und Schneider trafen, stets vorne, notfalls sogar durch ein Slapstick-Eigentor von Hosnjak, der nach 112 Minuten unglücklich von Andreas Kohlhaas angeköpft wurde. Aber immer wieder kam der insgesamt schwache und fahrige FCR zurück. Zweimal sogar durch einen Strafstoß von Haris Babic (90.) und Marius Suchanoff (117.), als das Ausscheiden eigentlich schon besiegelt schien.

Apropos Suchanoff: Der Neuzugang aus Wermelskirchen stand gleich mehrmals im Brennpunkt. In der ersten Hälfte, weil ihn bei einem Einwurf der hünenhafte Schäferhund eines Zuschauers in den Oberarm gebissen hatte. Gegen den Hundehalter ermittelt inzwischen die Polizei, Suchanoff musste nach Spielende mit angeschwollenem Arm sicherheitshalber ins Krankenhaus. Noch so eine Zutat aus dem Kuriositäten-Kabinett dieses Abends. In der Verlängerung lag Suchanoff dann von Krämpfen geschüttelt am Boden. Um so erstaunlicher, dass er sowohl das späte 5:5 per Kopf erzielte als auch noch im Elfmeterschießen mit dem letzten Schuss für seine Farben erfolgreich war.

Der Held des Abends war FCR-Torhüter Nico Tauschel, der im Elfmeterschießen den letzten Schuss von Burscheids Orhan Celik abwehrte und völlig losgelöst zum rund 50 Köpfe zählenden FCR-Fanblock stürmte. Der hatte zuvor allerdings Anlass zum Kopfschütteln gegeben: Erst wurden Böller und Pyrotechnik gezündet, dann unterbrach Schiedsrichter Jochen Dirkling nach 67 Minuten die Partie für knapp zehn Minuten, weil es am Spielfeldrand eine handgreifliche Auseinandersetzung gab, die von der Polizei (nach eigenen Angaben mit 20 Beamten, darunter zwei Hundeführer, vor Ort) geschlichtet wurde.

"Wenn wir so am Sonntag auftreten, wird es bitter", stöhnte FCR-Trainer Zeljko Nikolic nach dem glücklichen Weiterkommen. Da hatte er bereits das Topspiel gegen Spitzenreiter Cronenberger SC (Sonntag, 14.30 Uhr, Röntgen-Stadion) im Kopf. Fraglich ist noch, welchen Kader er dabei aufbieten kann: Haris Babic musste in Burscheid mit einer Oberschenkelverletzung vorzeitig ausscheiden, Domenico Cozza ("Ich habe einige Tage kaum geschlafen") plagt sich mit einer schmerzhaften Rippenprellung aus dem Düsseldorf-Spiel herum. Serkan Hacisalihoglu wurde in Burscheid in höchster Not eingewechselt, konnte aber nur seinen linken Fuß benutzen, weil der rechte nach wie vor schmerzt.

Torfolge in Burscheid: 1:0 Marquet (7.), 1:1 Freer (36.), 2:1 Amiri (75.), 2:2 H. Babic (90.; Foulelfmeter), 3:2 Türksoy (98.), 3:3 Kohnke (100.), 4:3 Schneider (109.), 4:4 Kohlhaas (110.), 5:4 Hosnjak (112.; Eigentor), 5:5 Suchanoff (117.).- Elfmeterschießen: 5:6 Hacisalihoglu, 6:6 Marquet, 6:7 Freer, 7:7 Rzeha, 7:8 Hosnjak, 8:8 Schneider, 8:9 Kohlhaas, 9:9 Amiri, 9:10 Suchanoff; Tauschel hält gegen Celik.

(RP)