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Remscheid: Schulessen - Direktoren beschweren sich über Caterer

Remscheid : Schulessen - Direktoren beschweren sich über Caterer

Die umfangreiche Vorlage, die die Stadtverwaltung auf Anfrage der CDU-Fraktion zum Thema "Gesundes Schulessen" erarbeitet hatte, bot im Schulausschuss Stoff für reichlich Diskussion und auch zur Klage.

Denn an manchen Schulen wird das Mittagessen nicht so angenommen, wie es eigentlich wünschenswert wäre. Keinen Hehl aus ihrer Unzufriedenheit mit dem Caterer machten Dirk Schönwetter, Rektor der Hauptschule Hackenberg, und Jörg Bergemann, Leiter der Albert-Schweitzer-Realschule. Beide Schulen nutzen gemeinsam die neue Mensa, am Ambiente lege die fehlende Nachfrage auf keinen Fall. Vielmehr sei das Bestellwesen sehr umständlich. Alleine das halte Schüler schon von einer Mahlzeit in der Schule ab. Zudem mache man sich seitens des Anbieters keine Mühe, das Essen an den Wünschen der Schülerschaft auszurichten. "Und außerdem kann sich nicht jede Familie 2,50 Euro pro Mittagsgericht leisten", erklärte Schönwetter. Zwar gibt es die Möglichkeit, dafür Unterstützung des Staates zu erhalten. "Aber das Verfahren, um diese Mittel zu beantragen, ist dermaßen kompliziert, dass viele Eltern den Antrag erst gar nicht stellen."

Jörg Bergemann berichtete, dass die fünften und sechsten Klassen noch in großer Zahl begleitet von den Lehrkräften zum Essen gingen. Ab dem siebten Jahrgang bröckele der Bedarf aber ab. Anders ist die Resonanz an der Sophie-Scholl-Gesamtschule, wo es einen Mensa-Verein gibt. Dort stehen drei Menüs zur Auswahl, die alle unter drei Euro kosten, berichtete Schulleiter Carlos Sánchez-Martinez. Schulamtsleiter Jörg Biermann räumte ein, dass es sehr schwierig sei, einen "vernünftigen Caterer zu vernünftigen Bedingungen" zu finden.

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Wenn Schulessen nicht bei den Schülern ankomme, sei dies schade, bekannte Schuldezernent Thomas Neuhaus. "Das, was auf den Tisch kommt, ist aber nicht Sache der Stadtverwaltung", betonte er. Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) brachte die Idee ein, eine zentrale Küche für alle Schulen einzurichten. Neuhaus will diese Anregung prüfen. Möglicherweise könne man auch einen Anbieter finden, der ein integratives Konzept verfolge, in dem er Menschen mit Handicap beschäftige.

(bona)