Hassels: So macht gesundes Essen Spaß

Hassels: So macht gesundes Essen Spaß

Bewegung und Informationen zur Ernährung gibt es bei "FreizeitFit4Kids" im Kinderclub.

Enrico stibitzt sich ein Stück Paprika von einer Scheibe Vollkornbrot und schiebt es in den Mund. Jetzt grinst das Gemüsegesicht auf der Brotscheibe nicht mehr ganz so perfekt, aber die Stupsnase aus einer halben Tomate und die Gurkenscheiben-Augen sind noch erhalten. Enrico grinst umso mehr. "Hmmmm", Paprika mag er. "Er isst gerne Gemüse, außer Rotkohl, den isst er nur im Kindergarten", sagt seine Mutter Bahta Selimovska.

Sie gehört zu den zahlreichen Eltern, die mit ihren Kindern am Samstag in den Kinderclub in der Donk strömen. Die Aktion "FreizeitFit4Kids" erweitert das samstägliche Programm des Clubs. Es ist eine Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung, initiiert vom Regionalen Innovationsnetzwerk Diabetes (RIN) des Deutschen Diabetes-Zentrums in Kooperation mit dem Jugendamt Düsseldorf.

"In den Schulen gibt es genügend Angebote zur Gesundheitsprävention, deshalb wenden wir uns bewusst an Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche", erklärt Anika Zembok vom Deutschen Diabetes-Zentrum. In der Einrichtung begleitet sie mit ihrer Kollegin Marlo Verket die Aktion. Heute können die Kinder mit einem stabilen Holzbrett und einer Rolle darunter ihre Balance testen. An anderer Stelle wird demonstriert, dass gesunde Ernährung nicht langweilig ist, und in einer Sitzecke werden kurze Filme zur gesunden Ernährung und Bewegung gezeigt. "Es sind auch Comics und Animation-Anteile dabei, damit es spannend ist", erklärt Marlo Verket. "Eine Studie hat gezeigt, dass in Hassels-Nord überdurchschnittlich viele Kinder stark übergewichtig sind", erklärt Dieter Plaggenborg, Leiter des Kinderclubs. Seit einem Jahr bietet der Club deshalb Schwerpunkte zu den Themen Sport und Gesundheit, hinzu kommen weitere Aktionen der Initiative "FreizeitFit4Kids".

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Bewegung habe ihr Sohn Dikane reichlich, sagt Melanie Steiner, die einen Stapel Rezept-Tipps in der Hand hält. "Aber er isst am liebsten Fast Food", sagt sie. Da die Veranlagung für Diabetes in der Familie liege, sei gesundes Essen wichtig. "Ich liebe Gemüse und will ein Vorbild sein", sagt die junge Frau. "Nach dieser Aktion wird es auf jeden Fall weitergehen. Wir wollen Impulse für ein nachhaltiges Angebot geben", erklärt Annika Zembok. Ab Montag treten die Kinder eine Woche lang mit Schrittzählern in den Wettbewerb mit ihren Betreuern. "Derjenige, der die meisten Schritte läuft, bekommt einen Schwimmbad-Besuch spendiert", erklärt Dieter Plaggenborg.

Ebenso wichtige Themen seien die Wertschätzung von Lebensmitteln und Kochen. An einem Tag werde eine Ernährungsberaterin mit den Kindern backen und kochen. "Es muss Spaß machen und es darf keinen Leistungsdruck geben", betont Dieter Plaggenborg.

(RP)
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