Schwerpunkt Innenstadt: "Möbelino" beendet Leerstand

Schwerpunkt Innenstadt: "Möbelino" beendet Leerstand

Giuseppe Cirillo und seine Frau Iman Mourad mussten die Fragerunde der Journalisten gestern Vormittag immer wieder kurz verlassen. Im "Möbelino", ihrem Geschäft für gebrauchte, aufbereitete Möbel und Möbel-Reparatur in der Alleestraße 56 war am Eröffnungstag viel los. Munter wurde da etwa über den Preis eines Doppelbettes mit dazugehörigem Schrank gefeilscht. Die beiden Damen mit Zuwanderungsgeschichte sind hartnäckig, auch wenn Giuseppe Cirillo wechselweise auf Englisch oder Deutsch erklärt, warum er nicht weiter runtergehen kann - schließlich ist der Transport schon mit drin.

Das Paar hat sich ein paar Monate bereits auf Flächen des Immobilienbesitzers Leo Schönhals als Möbelhändler ausprobiert. Das lief gut, darum haben sie nun den Schritt auf die mittlere Allee gewagt. Eigentlich hatten sie einen Leerstand auf der anderen Allee-Seite im Auge, doch dann sahen sie, dass in dem ehemaligen Schuhgeschäft mehr Platz ist, berichtet Giuseppe Cirillo. Und den brauchen sie, denn das Paar hat unter anderem bei Haushaltsauflösungen oder bei Käufen im Internet ein ansehnliches Lager an Möbeln zusammengetragen.

Dass sie sich die 650 Quadratmeter leisten können, hat mit dem Entgegenkommen des Inhabers zu tun. Der hat sich entschieden, einen Mietzins zu verlangen, der für die Jungunternehmer bezahlbar ist, anstatt länger auf Mieter zu warten, die mehr bieten.

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"Das ist ein Signal", freut sich Ralf Wieber von der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße. Er hofft nun auf Nachahmer. Und auch Innenstadtmanager Jonas Reimann ist zufrieden. Sein Büro am Markt 13 berät seit rund einem Jahr Immobilienbesitzer, wie sie ihre Häuser auf der Allee besser vermarkten können und bringt sie mit Geschäftsgründern zusammen.

Teilweise geht es auch um sogenannte Zwischennutzungen, die die Zeit bis zum nächsten richtigen Mieter überbrücken. Ein Ladenlokal, das belebt sei und vor dem die Straße regelmäßig gesäubert sei, vermittele einen ganz anderen Eindruck und werte zudem die Allee auf, sagt Reimann.

(hr)