Schwerpunkt Innenstadt: Experte rät Politik zum Pavillon-Abriss

Schwerpunkt Innenstadt: Experte rät Politik zum Pavillon-Abriss

Der Stadtentwickler Edgar Neufeld hat sein Konzept zur Belebung der Innenstadt nun auch in der Politik vorgestellt. Sein Appell: Mit einem Verzicht auf die Gastrowürfel könnten diese der Alleestraße einen großen Dienst erweisen.

Eine Stunde lang hatte der Immobilien- und Stadtentwicklungsexperte Edgar Neufeld am Dienstagabend im Rathaus sein im Auftrag der ISG Alleestraße erstelltes Konzept für eine Belebung der Alleestraße präsentiert, da stellte Bezirksvertreter Alexander Ernst (Wählergemeinschaf) die Gretchenfrage: "Was können wir als Politik nun machen?" Die Antwort von Neufeld kam postwendend. "Das Thema Pavillons ist eine politische Entscheidung." Mit dem Beschluss, die drei vor vielen Jahren von der Gewag errichteten Gastro-Würfel (einer steht schon länger leer) abzureißen, könne die Politik "Dinge ins Rollen bringen".

Zuvor hatte Neufeld, den Bürgermeister Otto Mähler (SPD) in die Sitzung eingeladen hatte, eine Kurzversion des dreistündigen Vortrags gehalten, mit dem er im November bereits bei den Immobilienbesitzern auf der Allee für Aufbruchstimmung gesorgt hatte. Zwei Kernaussagen der Präsentation:

1.) Die Pavillons zerteilen die Allee unnötig, verhindern eine zusammenhängende Wahrnehmung der Einkaufsmeile und nehmen den unmittelbar in ihrem "Flugschatten" liegenden Geschäfts-Immobilien fast jede Chance auf eine wertschöpfende Vermarktung. Ein Verlust, der sich auf eine zweistellige Millionensumme addiert habe.

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2.) Es gibt Anbieter von Geschäftskonzepten mit hoher Sogwirkung, die Interesse daran haben, sich auf der Allee anzusiedeln, wenn sie denn ausreichend große Flächen finden. Das vorhandene Potenzial der Allee zu wecken, sei eine gesamtstädtische Aufgabe, sagte Neufeld. Ganz nebenbei gab er bekannt, dass Olymp & Hades, noch Mieter im Gebäude neben den Stadtwerken am Allee-Center, das Geschäft gegenüber des Brunnens aufgeben wird.

Unter den Zuhörern war auch Baudezernent Peter Heinze. Neufeld habe mit seinem Konzept, das sich auch mit den Problemen der Erreichbarkeit der Allee und vielen anderen Details beschäftigt, "bei der Verwaltung offene Türen" eingerannt und in der Innenstadt viel Hoffnung geweckt. Seine Abteilung werde am Ball bleiben. Der Stadt sei klar, dass die Zusammenlegung von Flächen auf der Allee notwendig sei, um große Geschäftskonzepte unterbringen zu können. Zudem habe es bereits erste Gespräche mit der Gewag über den weiteren Umgang mit den Pavillons gegeben.

Gewag-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt zeigte sich auf BM-Anfrage beim Thema grundsätzlich gesprächsbereit. Ob ein Abriss der Würfel, die noch mit Werten in den Büchern stehen, der alleinige Knotenlöser für einen Aufschwung der Allee sein werde, zweifelte er aber an. Es komme auf das Gesamtkonzept an. Behrendt erinnerte daran, dass die Pavillons zu ihrer Zeit bewusst als Unterbrechung der sehr langen Sichtachse Allee gebaut worden seien. Auch der Aspekt des Windschutzes auf der zugigen Allee habe dabei eine Rolle gespielt.

(hr)