Remscheid: Vertragsverlängerung auf der Allee

Remscheid : Vertragsverlängerung auf der Allee

Auf der Allee kann man Geschäfte machen, sagt der Optiker Frank Berghoff. Darum hat er den Mietvertrag für seinen Laden nach Verhandlungen mit dem Vermieter um zehn Jahre verlängert. ISG-Chef Ralf Wieber sieht positive Signale.

Zu negativ gefärbt erscheint Optiker Frank Berghoff häufig die Berichterstattung über die Situation der Alleestraße. "Man kann hier Geschäfte machen", berichtet Berghoff im Gespräch mit unserer Zeitung. Und weil er "noch zehn Jahre arbeiten muss bis zu meiner Rente", hat er gerade den Mietvertrag für sein Geschäft auf der oberen Alleestraße um zehn Jahre verlängert. 20 Jahre gibt es sein Geschäft bereits an diesem Standort.

Seit Februar auf der Alleestraße: Guiseppe und Iman Cirillo betreiben das Geschäft "Möbelino". Foto: Henning Röser

Vorausgegangen waren ausgiebige Erkundungen über Preise und Flächenangebote in anderen Objekten. Auf der Basis dieser Recherche- Ergebnisse sprach Berghoff seinen Vermieter an. Der kam ihm schließlich beim Mietpreis entgegen und bot ihm zudem 40 Quadratmeter zusätzlichen Platz unter anderem in Räumen über dem Geschäft an. "Wir sind vier Optikermeister und stehen uns zum Teil im Laden auf den Füßen, wenn wir bestimmte Arbeiten machen müssen, die länger dauern." Die neue Regelung verbessere den Service für die Kunden, die so noch schneller bedient werden können.

Der gebürtige Remscheider Berghoff wünscht sich, dass das Beispiel Schule macht auf der Einkaufsmeile. Es sei doch sinnvoller, Geschäftsleuten mit einer niedrigeren Miete entgegenzukommen als ein Ladengeschäft leer stehen zu lassen. Beispielhaft nennt er die Geschäftseröffnung von "Möbelino" auf der Allee in diesem Jahr. Guiseppe und Iman Cirillo verkaufen hier seit Februar auf 650 Quadratmetern gebrauchte Möbel und bieten in ihrem Geschäft auch kleinere Reparaturen an.

Ralf Wieber, Geschäftsführer der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße und zudem aktiv im Marketingrat Innenstadt, freut sich, dass Frank Berghoff langfristig auf der Alleestraße bleibt und sich somit auch zum Standort Innenstadt bekennt. Generell erkennt er bei den Immobilienbesitzern ein Umdenken und auch "so etwas wie Aufbruchstimmung". Dass sich etwa die in Köln ansässige Firma Deiters mit einem Karnevalsshop auf der unteren Alleestraße in den Räumen von black.de niederlassen wolle, zeige, dass auch Auswärtige an den Standort glauben. Auch in den Markt der Immobilien komme langsam Bewegung.

"Inhabergeführte Geschäfte sind das Gesicht einer Innenstadt", sagt Standortentwickler Edgar Neufeld. Daher sei Berghoffs Schritt ein positives Signal für die Allee. Neufeld hat 2017 für die ISG ein Konzept für die Neuausrichtung der Alleestraße entwickelt. Dafür hat er auch viele Gespräche mit Immobilienbesitzern geführt. Sein Eindruck: Das Vorurteil, dass die Besitzer unrealistische Mietvorstellungen haben, stimmt nicht. Viele seien bereit, Menschen mit neuen Geschäftsideen zu realistischen Bedingungen die Flächen zu vermieten. Denn die Geschäfte müssten ja eine Chance haben, die verlangte Miete auch zu erwirtschaften.

(hr)
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