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Remscheid: Ein quicklebendiges Provisorium

Remscheid : Ein quicklebendiges Provisorium

Im August nahm ein neues Erzieher-Team mit neuen Kindern in der Kita am Schützenplatz die Arbeit auf.

Mitten im Park, zwischen Grundschule und Sportbad, steht die Kita am Schützenplatz. Ein Provisorium aus Wohncontainern, das 2015 während des Neubaus der Kita am Holscheidsberg aufgestellt wurde, nun aber länger - mindestens bis 2020 - erhalten bleibt. Im August nahm nun ein neues Erzieher-Team mit neuen Kita-Kindern die Arbeit auf.

Der Gedanke, den Nachwuchs für die Betreuung in einer Container-Kita abzugeben, klingt zunächst wenig einladend. Doch so schlimm ist es nicht. Ganz im Gegenteil: "Wenn man einmal hier drinnen ist, vergisst man schnell, dass es ein Container ist", sagt Kita-Leiter Tobias Krüger. Und die großartige Umgebung mitten im Remscheider Stadtpark entschädigt für so viel: Heimelig und liebevoll eingerichtet, funktional mit Küchenzeile in jeder Gruppe, bunt, mit Spiel- und Bastelecke ausgestattet und einem separaten Raum, in dem sich die Kinder zurückziehen und auf einer großen Liegefläche über Eck ausruhen können, fühlen sich die Kinder sichtlich wohl in ihren Gruppen.

Drei davon gibt es insgesamt, die nach Figuren der Sesamstraße benannt sind. Platz bietet die Kita am Schützenplatz für insgesamt 65 Kinder, im Alter zwischen drei und sechs Jahren. "Für die Betreuung für unter Dreijährige bräuchten wir weitere separate Räume, das klappt hier also nicht", erklärt der Leiter. Zurzeit befindet sich das neu zusammengestellte Team aus neun Erziehern, Leiter Krüger und einer Hauswirtschaftskraft, mit einem Teil der Kinder in der Eingewöhnungsphase: "Normalerweise hat so eine Kita zehn bis zwölf Neuzugänge pro Jahr. Wir haben jetzt 55 Kinder." Weitere zehn werden in den kommenden Wochen dazukommen. Die Aufnahme der Kinder verlief seit August gestaffelt, damit sich einerseits die Kleinen an die Situation gewöhnen, von ihren Eltern getrennt zu sein, andererseits aber auch die Erzieher sich auf die neuen Kinder einstellen können. "Alle auf einmal dazu zu holen, das hätte nicht funktioniert", sagt der Leiter.

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Im Gegensatz zu manchen Eltern, die im ersten Moment Bedenken äußerten, ist es den Kindern egal, aus was ihre Kita gebaut ist. "Für sie ist es einfach ihre Kita", sagt der 36-Jährige, der vorher die Leitung der Kita in Lüttringhausen als Stellvertreter innehatte. Selmedina (5) und Hüseyin (4) freuen sich beispielsweise jeden Morgen auf ihre Kita, weil sie hier so schön mit den anderen Kindern spielen können, erzählen sie. Nachmittags wenn ihre Eltern sie abholen, würden sie am liebsten noch länger bleiben. Vom Fenster aus haben sie einen perfekten Blick aufs Sportbad und ihre einladende Außenanlage, einem riesigen Sandkasten mit Spielgeräten.

Überhaupt, so berichtet Erzieherin Meike Pletsch, "gehen wir bei jedem Wetter raus und der Wald vor der Tür bietet sich ja an, auch mal kurze Wanderungen zu machen und die Natur zu erkunden." Pletsch würde einen festen Bau mit mehr Quadratmetern zwar bevorzugen, am liebsten aber an genau diesem Standort, denn der "ist einfach perfekt."

(sebu)