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Remscheid: Jahnplatz: Problem bleibt ungelöst

Remscheid : Jahnplatz: Problem bleibt ungelöst

Anwohnerin: Stadt ist nicht bereit, für die bisher entstandenen Sachschäden zu haften.

Im Streit um Sachbeschädigungen auf ihrem Grundstück, die seit Jahren durch über den Zaun fliegende Fußballe vom Jahnplatz in Lüttringhausen entstehen, erhebt Anliegerin Bettina Hülsenbeck neue Vorwürfe gegen die Stadt. Nach wie vor zeige die Stadt als Eigentümer des Platzes keinerlei Bereitschaft, für die in den vergangenen Jahren entstandenen Schäden in Höhe von mehr als 20.000 Euro an ihrem Haus zu haften, sagte sie der BM. Das habe sie vor zwei Wochen aus dem Rathaus schriftlich bekommen.

Wie berichtet, überlegt die Stadt, dem Problem nun mit der Errichtung eines deutlich höher reichendes Ballfangnetzes entgegenzusteuern. Die Vorrichtung soll zwölf statt wie bisher nur acht Meter hoch sein. In einer der beiden der Politik vor zwei Wochen vorgestellten Varianten müssten dafür vier Linden gefällt werden, eine andere würde Eingriffe in die alte Stützmauer nötig machen. Die Stadt hat durchblicken lassen, dass sie beide Varianten nur als Ultima Ratio ansieht. Sie möchte zunächst das Gespräch mit den Anliegern des Jahnplatzes suchen und hofft, dass die bislang ergriffenen Schritte wie die zeitlich befristete Beauftragung eines Sicherheitsdienstes und die Einfriedung des Sportplatzes mit einem abschließbaren Zaun ausreichen, um das Problem der unkontrolliert fliegenden Bälle zu lösen. Mit ihr habe seit der Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen am 6. September allerdings niemand Kontakt aufgenommen, sagt Bettina Hülsenbeck.

Das Problem sei mit den bisherigen Aktionen der Stadt auch keineswegs verschwunden. Weiterhin flögen Fußbälle auf ihr Grundstück - und weiterhin entstünden Schäden durch Sportler, die beim Versuch, den Ball zurückzuholen, mit ihren Fußballschuhen Löcher unter anderem im Dach des Carports verursachen.

Das liege auch daran, dass der FC Remscheid weiterhin beim Training Torschussübungen in die Richtung ihres Grundstückes durchführe. Die Stadt habe dies vor Monaten dem Verein klar untersagt. Sportamtsleiter Martin Sternkopf räumte vor der Politik in der Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen ein, dass der Sportverein, der am Jahnplatz seine Heimstatt hat, sich nicht immer an die Vorgaben.

Nicht akzeptieren will Bettina Hülsenbeck auch die Argumentation der Unteren Denkmalbehörde, wonach die vorgeschlagenen höheren Zaunvarianten sich nicht mit den Vorgaben des Denkmalschutzes für die historische Sportanlage vertrage. Im Jahre 2000 sei am Jahnplatz ein zwölf Meter hoher Fangzaun angebracht worden, sagt Frau Hülsenbeck. Erst ein Jahr später sei der Platz unter Denkmalschutz gestellt worden. Es gebe also offenbar keinen Widerspruch zwischen der Höhe des Zauns und der Denkmalsatzung.

(hr)