Heiligenhaus: Pfarrer Demand nimmt Abschied

Heiligenhaus : Pfarrer Demand nimmt Abschied

Aber er geht nicht so ganz in den Ruhestand. Von Homberg aus wird ihm St. Suitbertus auch künftig nahe bleiben.

Das Datum lässt stutzen - aber nur auf den allerersten Blick. Morgen, 10 Uhr, möchte sich die Gemeinde St. Suitbertus mit einem großen Festgottesdienst nebst anschließendem Empfang von Pfarrer Alfons Demand (67) verabschieden. Offiziell ist der beliebte Geistliche noch bis Ende August im Amt - sein "vielfältiges und segensreiches Wirken", wie es Dirk Rost und Rolf Hitzbleck für Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand sagen - geht also noch etwas weiter.

Trotzdem ist der Termin mit Bedacht gewählt: "Der frühe Zeitpunkt vor Beginn der Sommerferien wurde mit Bedacht gewählt, um möglichst vielen Gemeindemitgliedern und Wegbegleitern eine Teilnahme zu ermöglichen", heißt es in der Einladung.

Das klingt nach einem ganz großen Sonntag zum Abschied. Der Pfarrer selbst hat eine gewisse Ahnung - schmunzelt aber vorerst nur dazu: "Die Vorbereitungen konnten nicht bis ins Detail unbemerkt bleiben", sagt er. Wer daraus ein Stück dankbarer Vorfreude herausinterpretieren möchte, liegt mutmaßlich nicht falsch.

Abschied? Ja natürlich. Aber Demand differenziert im Gespräch: "Ich wollte nach 15 Jahren - auch mit Rücksicht auf meine Gesundheit - nicht mehr leitender Pfarrer sein, sondern, sozusagen Abschied von der Administration einer großen Pfarre nehmen." Das sei für ihn die eigentliche Zäsur.

Auf die kein regelrechter Ruhestand folgen wird. Vom 1. September an wird Demand vom alten Homberger Pfarrhaus aus neue Aufgaben aus einer völlig neuen Perspektive wahrnehmen. Er ist dann offiziell ein Geistlicher "zur besonderen Verwendung des Kreisdechanten".

Das klingt befremdlicher und formaler, als es tatsächlich ist. Durchaus denkbar und erwünscht also, dass Demand auch künftig Gottesdienste in Heiligenhaus übernimmt oder Seelsorger im Dekanat vertritt. Morgen wird nach 15 Jahren auch ein Tag des Rückblicks sein. Demand selbst erinnert an die großen Projekte während seiner "fruchtbaren und schönen Zeit" als Pfarrer. Die Fusion der beiden Gemeinden St. Suitbertus und St. Ludgerus ist eines davon. Die Neugestaltung der Pfarrkirche durch den Künstler Dieter Hartmann ein zweites. Aus der Zusammenarbeit mit Hartmann entstand auch ein Werk, das Demand besonders am Herzen liegt. Der Pfarrer ist passionierter Maler - und schuf für St. Suitbertus eine Kreuzweg-Darstellung, abgestimmt auf die neu gestaltete Pfarrkirche. Was er mitnimmt, ist außerdem die Erinnerung an "viele liturgische Angebote". Wie den von ihm ins Leben gerufenen "Nachtschwärmergottesdienst. Mit dem haben wir versucht, auch Fernstehende anzuziehen". Das nahm eine etwas andere, wenngleich willkommene Wendung: "Es kamen bisher viele Mitglieder der evangelischen Gemeinde. Gerade dieser Gottesdienst ist zu einem Stück gelebter Ökumene geworden."

Pfarrer Demand verlässt, wie er sagt, "eine sehr aufgeschlossene Gemeinde, die mich von Beginn an getragen hat". Mehr Zeit für Kunst möchte er sich nun nehmen können - Ideen dazu reifen schon.

(RP)