Lintorf: Jecke Kinder kennen keine Kälte

Lintorf: Jecke Kinder kennen keine Kälte

Vor dem Kinderzug waren Heißgetränke der Renner. Dann freuten Zuschauer und 1500 Teilnehmer sich warm.

Kalt war's. Mit Regen Graupel und Hagel zum Start. Doch dafür war das fröhliche Treiben auf den Straßen beim traditionellen Kinderzug um so farbenfroher. Die Jecken trotzten dem Wetter. Ausgerüstet mit Regenjacken und Schirmen, oder einfach den Niederschlag ignorierend, feierten sie trotzdem ihren Karneval. Gegen die Kälte gab es dicke Jacken und heiße Getränke. Piraten und Prinzessinen, Gangster und Polizisten, Engel und Teufel, Narren jeden Alters tanzten, schunkelten und sangen zunächst in überschaubarer Zahl um die Wetter. Ehrenzugleiter Norbert Lückgen war aber noch nicht beunruhigt. Mit einem Blick gen Himmel meinte er: "Das wird schon wieder. Es hört gleich auf zu regnen. Dann kommen die Leute." Und er sollte Recht behalten.

Pünktlich zum Zugbeginn hörte der Regen auf und am Straßenrand wurde es zusehends voller. Wie die meisten Zuschauer kam auch Familie Frechen ganz kurzfristig. "Eigentlich wollten wir wegen des Wetters gar nicht herkommen", erzählte Mutter Meike. Aber ihr Sohn Leon wollte unbedingt den Zug sehen. Er habe solange gequengelt, bis sie aufbrachen und er in seinem quietschgelben Minion-Kostüm Helau rufen und Kamelle einsammeln konnte. So wurde der Umzug zum Tulpensonntag für das diesjährige Kinderprinzenpaar Frederik I. und Helene I. doch noch zu einem (trockenen) Höhepunkt ihrer Session. Was vor 45 Jahren mit einem reinen kleinen Vereinsumzug des TuS 08 Lintorf begann, hat sich mittlerweile zum größten Kinderkarnevalszug in NRW gemausert. Rund 1500 Teilnehmer, verteilt auf über 40 Motivwagen, Fuß- und Reitergruppen sowie Musikkapellen verbreiteten mit ihrem Frohsinn reichlich gute Laune. Und noch während der Zug durch Lintorf zog, gab der Kinderkarnevalsausschuss das Ergebnis der diesjährigen Wagenprämierung bekannt: Die nach Meinung der unabhängigen Jury schönste Teilnehmergruppe waren die Homberger Tigerentchen, auf den zweiten Platz kam der Reitstall Kockerscheidt und der dritte Platz ging an die Johann-Peter-Melchior-Schule. Als Siegesprämie können die drei Preisträger beim großen Rosenmontagszug durch die Ratinger Innenstand mitziehen. Leicht fiel der Jury die Auswahl laut Jurymitglied Andreas Preuß von der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Lintorf nicht, zumal die meisten Teilnehmer erst kurz vor Zugbeginn ankamen und die Jury sich beeilen musste, um alle Gruppen sehen zu können.

Das Kinderprinzenpaar Helene I. und Frederik I. grüßt sein Gefolge. Foto: Blazy Achim
(RP)