Ansichtssache: Die Stadt will handeln, wird aber klassisch ausgebremst

Ansichtssache: Die Stadt will handeln, wird aber klassisch ausgebremst

Das Begegnungshaus am Hohenfuhrplatz lässt auf sich warten, weil die Planungen zu teuer sind. Die Zeit drängt... Schöner Erfolg für die MaskeRader: Mehr als 350 Gäste wollten das neue Stück sehen. Hut ab!

Die Zeit sitzt der Stadtverwaltung gehörig im Nacken. Eigentlich soll bis Ende des Jahres das Begegnungshaus zwischen GGS Stadt und Familienbüro fertig sein, doch noch wurde nicht ein Stein bewegt. Böse Überraschung noch vor dem Fachausschuss: Das Planungsbüro legte zwar erste Zahlen vor, doch die lagen wohl deutlich über dem zur Verfügung stehenden Etat der Stadt. Also Rolle rückwärts. Punkt von der Tagesordnung gestrichen. Neue Gespräche führen. Das kostet Zeit. Die Stadtverwaltung ist einem Dilemma: Sie will auf die Tube drücken, wird aber klassisch ausgebremst. Da ist es kaum tröstlich, dass auch andere Kommunen betroffen sind und es kaum schaffen, ihre geplanten Maßnahmen pünktlich in die Tat umzusetzen. Schon komisch: Da sind Städte bereit, schnell zu handeln und werden von der boomenden Wirtschaft gestoppt, die aufgrund der günstigen Zinslage wiederum volle Auftragsbücher und lange Wartezeiten verzeichnet. Da ist es doppelt ärgerlich, wenn die Stadtverwaltung jetzt Zeit verliert, weil das Planungsbüro zu teure Vorstellungen vorlegt und sich die Maßnahme weiter verzögert. Je länger die Stadt warten muss, die Maßnahme auszuschreiben, desto schwieriger wird sie es haben, auf die Schnelle Fachfirmen zu finden, die zeitnah bauen können. Zurecht nennt das Bürgermeister Johannes Mans einen "Ritt auf der Rasierklinge".

Wesentlich mehr Zeit wird vergehen und Wasser die Wupper entlang fließen, bis die Menschen in den Wupperorten eine neue Brücke an der L 81 in Dahlhausen bekommen. Der Abriss der alten Brücke spielt zwar im Masterplan für ein verbessertes Projektmanagement beim Bundesfernstraßenbau eine Rolle, ein Neubau ist aber noch in weiter Ferne, weil hier die Mühlen der Bürokratie sehr langsam mahlen. Das Verfahren gilt als mittelfristig angelegt, was eine Realisierung des Projektes nicht vor 2021 wahrscheinlich macht. Also auch hier warten und hoffen...

  • Radevormwald : Planung für Begegnungshaus zu teuer

Positiv sind dagegen die Nachrichten vom Verein Wuppertrail, der sich über volle Belegungsbücher für seine DraisinenFahrten freut. Wartezeiten von bis zu sechs Wochen sind enorm, aber wohl dem Umstand geschuldet, dass hier Ehrenamtliche für ein außergewöhnliches Naturerlebnis sorgen und sich für den Erhalt alter Industriegeschichte in fast unberührter Natur einsetzen. Dass sich so viele Menschen für die Fahrten mit den Draisinen interessieren, ist wohl das schönste Dankeschön, dass sich die Mitarbeiter bei Wuppertrail wünschen können.

Einen schönen Erfolg feierte am vergangenen Wochenende die Laienspielgruppe des Kulturkreises "MaskeRader" mit ihrer Inszenierung "Die Queen von Quedevormwald". Herrlich schräg und äußerst vergnüglich wurde die Vorlage von Konrad Hansen auf die Bergstadt umgemünzt und sorgte so für viel Lokalkolorit im Bürgerhaus. So eine Tradition darf nicht einfach so sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden, wie es im Mai 2016 drohte, als die Gruppe wegen finanzieller Probleme vor dem Aus stand. Die Amateurtheaterspielgruppe unter dem Dach des Kulturkreises fürchtete um ihre Existenz. Der Kulturkreis musste die finanziellen Zuschüsse stark einschränken. Auch die eigenen schon drastisch erhöhten Beiträge reichten nicht aus. Bleibt zu hoffen, dass die Tradition erhalten bleibt und sich auch künftig genügend Unterstützer, Freunde und Sponsoren finden, die das Kulturgut für Rade erhalten. Die Zuschauerzahl stimmt: Zur Aufführung am Samstag kamen mehr als 350 Besucher. Prima!

(RP)