Hückeswagen: Jäger lassen die Hasen leben

Hückeswagen: Zu Ostern geht's den Hasen gut

Das Langohr hat im Bergischen Land ein angenehmes Leben. "Den Hasen geht's gut", versichert Norbert Drekopf, Leiter des Wermelskirchener Hegerings. Das Wörtchen, das in dieser Aussage allerdings fehlt, lautet "wieder".

Denn bis vor fünf Jahren war der Bestand der wildlebenden Hasen stetig zurückgegangen. Die gute Nachricht: "Die Hasen-Population wächst wieder. Jetzt, wenn der Frühling beginnt, kann man die Fellohren in der Natur wieder häufiger sehen", freut sich Drekopf. Das gilt für den Rheinisch-Bergischen Kreis genauso wie fürs Oberbergische. "Wir sind zwar keine ausgesprochene Hasenregion, aber es gibt sie. Und die Tiere leben hier unter guten Bedingungen", sagt Philipp Ising von der Pressestelle des Oberbergischen Kreises.

Dazu tragen die Jäger seit Jahren bei, indem sie die Hasen nicht bejagen. Zusätzlich haben sie eine Zeit lang Rüben und andere Nahrung ausgelegt, damit es der Hase nicht so beschwerlich hat. Das ist inzwischen verboten, die Tiere brauchen diese Unterstützung aber auch nicht mehr. Geholfen wird den Mümmelmännern schon dadurch, dass die Jäger den Fuchs-Bestand in Grenzen halten.

"Die beiden größten Fressfeinde des Hasen sind der Fuchs und der Bussard", erläutert Drekopf. Füchse wurden in der Vergangenheit durch die Räude ausgedünnt. Durch die Bejagung sorgen die Jäger dafür, dass die Population nicht wieder explosionsartig ansteigt. "Das spielt dem Hasen natürlich in die Karten. Es gibt andere Regionen, die ein richtiges Fuchs-Problem haben. Da hat der Hase es deutlich schwerer", erklärt Ising.

Das bedeutet nicht, dass Hasen nicht wachsam sein müssen. Denn genau wie die Mümmelmänner fühlen sich auch immer mehr Bussarde im Bergischen Land heimisch. "Einige ihrer Junge verlieren die Hasen schon an einen Greifvogel", berichtet Drekopf. Das sei aber nichts Schlimmes. "Der Hase ist eben auch ein Beutetier. Das ist das natürliche Gleichgewicht", sagt Drekopf.

Früher hat er beim Ansitz höchstens ein bis zwei Hasen pro Waldbesuch gesehen. Jetzt begegnen ihm deutlich mehr. "Ich würde sagen, dass sich die Population verdrei- bis vervierfacht hat", sagt Drekopf. In seinem kleinen Revier an der Dhünn-Talsperre leben rund 50 Hasen. "Wir leben als Jäger nicht nur vom Jagen, sondern auch vom Beobachten. Wenn ein paar Hasen vorbeihoppeln, ist das ein schöner Anblick. Da sieht man, dass die Natur in Ordnung ist", unterstreicht Drekopf.

Der Feldhase ist nicht der einzige, der durch die Natur hoppelt. Auch das kleinere Wildkaninchen ist hier zu Hause. Das hat es momentan deutlich schwerer als der größere Verwandte. "Die Population der Kaninchen ist extrem zurückgegangen", berichtet Drekopf. Verantwortlich dafür ist die Augen-Krankheit "Myxomatose", die viele Klopfer dahingerafft hat. "Es gibt sie aber noch", sagt Ising. Die Population werde sich wieder erholen. Das liege auch daran, dass Kaninchen nicht so gefährlich wie Hasen leben. Dadurch, dass sie in einem unterirdischen Bau hausen, sind sie besser vor Fressfeinden geschützt. Auch wenn ihr Bau hier schwieriger zu graben ist als in den sandigen Böden am Niederrhein. Hasen hingegen liegen oberirdisch in ihren "Sassen" (Mulden) auf den Feldern.

Drekopf: "Und wenn es jetzt wieder wärmer wird, legen sich die Hasen gerne auf die Südhänge und genießen in Ruhe die Sonne. Das ist doch alles andere als beschwerlich."

(kron)