„Vatermutterkind“ und „All das Schöne“ heißen die Stücke im RLT

Spielzeitauftakt in Neuss : Das erste Puppenspiel und ein Schauspieler-Solo im RLT

„Vatermutterkind“ und „All das Schöne“ heißen die Stücke, mit denen das RLT das Auftaktwochenende zur neuen Spielzeit gestaltet.

Die Tage bis zum Start der neuen Intendantin Caroline Stolz am RLT sind an einer Hand abzuzählen. Neben den Erwachsenen stehen auch die Kinder im Fokus. So folgt schon als zweite Premiere gleich eine für Zuschauer ab vier Jahre. „Vatermutterkind“ ist ein Stück, das Regisseurin Mia Constantine und Dramaturgin Eva Veiders mit den beiden Schauspielern Tom Kramer und Mirjam Schollmeyer entwickelt haben. Weil Schollmeyer auch ausgebildete Puppenspielerin ist, werden ebenfalls diverse Figuren mitspielen.

„Vatermutterkind“ heißt das Stück für Zuschauer ab vier Jahre. Foto: Marco Piecuch

Grundsätzlich geht es um die Frage, die auch als Spielzeitmotto der Saison zu Grunde liegt. „Was ist Familie? Was braucht es, damit eine Familie eine richtig ist?“ , sagt Constantine. Und so werden zwei Fantasiefiguren eine kleine Kugel finden, aus der eines Tages ein kleines Menschlein schlüpft. Natürlich fällt ihm eines Tages auf, dass seine Eltern ganz anders aussehen als das Kind selbst. Und so beginnt es seine Reise zu Schwänen, Vögeln, Schnecken und Fischen, um zu sehen, wie sie als Familie leben. Dabei, so erzählen Constantine und Veiders, lernt das Kind verschiedene Formen von Familienleben kennen. Sowohl das Kind wie auch die Tiere werden von Puppen dargestellt.

40 Minuten etwa wird die Vorstellung dauern, die Bühne hat Jan Hendrik Neidert gebaut, die Kostüme stammen von Lorena Díaz Stephens und die Puppen von Schollmeyer (Sonntag, 15 Uhr).

Schon drei Stunden später steht im RLT die nächste Premiere an. Das Einpersonenstück. „All das Schöne“ von Duncan Macmillan wird von Alexander May, dem stellvertretenden Intendanten des RLT, inszeniert. Ganz bewusst habe er sich, so sagt er, dafür den Schauspieler Stefan Schleue ausgesucht. Der bestreitet den Auftritt im Foyer des Hauses mit einem Monolog – allerdings auf eine Weise, die den Zuschauer einbezieht. Nicht im Sinne des Mitspielens, versichert Regisseur May, sondern als Teil der Geschichte, die Schleue erzählt.

„Auf leichte Art und Weise handelt sie von einem schweren Thema“, sagt May. Nämlich von der Depression der Mutter, die sich das Leben zu nehmen droht. Sieben Jahre ist der Sohn alt, als der Vater ihn aus der Schule holt, weil die Mutter sich umbringen will. Mit einer Liste von Dingen, die das Leben in den Augen des Kindes lebenswert machen, will er der Mutter helfen. Diese Liste begleitet ihn auch in seinem weiteren Leben, sie wächst auf eine Million Dinge an. „Es ist kein großer, aber ein besonderer Abend“, sagt May, der zudem glücklich ist, dass er Stefan Schleue für die Rolle gewonnen hat. Obwohl der anfangs skeptisch gewesen sei, die Allein-Rolle zu stemmen.

„Er ist eben ein Ensembletier“, sagt May schmunzelnd, aber einen „Entertainer“, der Abende wie diesen spielend bewältige, habe er auch nicht haben wollen. „Wir haben viel geredet“, sagt er nachdenklich, „und das Schöne ist auch, dass vieles von Stefans eigenen Erfahrungen eingeflossen ist.“ Bis hin zu dessen Lieblingsgericht, von dem die Zuschauer auch kosten dürfen... (Sonntag, 18 Uhr).

Info Oberstraße 95, Karten für die beiden Premieren gibt es unter 02131 269933

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