Neuss: Sozialamt kämpft mit Personalmangel

Neuss : Sozialamt kämpft mit Personalmangel

Die finanzielle Unterstützung für Bedürftige im Bereich des Bildungs- und Teilhabepakets erfolgt in vielen Fällen mit einer spürbaren Verzögerung. Grund dafür ist ein erheblicher Personalmangel im Sozialamt.

Das bestätigte Hans-Peter Oebel, Leiter des Sozialamtes, gestern im Sozialausschuss. "Wir führen zurzeit eifrig Verhandlungen, um unser Personal aufstocken zu können. Doch momentan bleibt uns nichts anderes übrig, als bei den Anträgen Prioritäten zu setzen."

Und die sind klar erkennbar: Den größten Anteil der bewilligten Leistungen machen die Anträge für den Schulbedarf aus. Von insgesamt 3248 Anträgen (Stand 31. Oktober) wurden gerade einmal 1046 bezahlt. Das ist durchschnittlich lediglich jede dritte Anfrage. Davon allerdings sind allein 667 Anträge für den Schulbedarf, der mit 75 Prozent sehr gut dasteht. Ganz im Gegensatz zu den übrigen Leistungen wie Ausflüge, Mittagsverpflegung, Beförderung, Lernförderung und Vereinsmitgliedschaften. Von diesen wurden bisher lediglich im Schnitt rund 16 Prozent bewilligt. Und das obwohl nur für knapp jedes zweite Kind überhaupt ein Antrag eingereicht wird. Bis Ende Oktober waren es 1375 Anfragen für bedürftige Kinder — allerdings berechtigt wären rund 2400.

Das ist vor allem nachteilig bei den Anträgen für die Mittagsverpflegung der Kinder. Der Bedarf steigt sprunghaft an, jedoch behinderten die unterschiedlichen Anbieter und Abrechnungssysteme eine schnelle Abwicklung.

(NGZ/rl)
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