Neuss: Die für den Papst spielen

Neuss : Die für den Papst spielen

Das Tambourkorps Novesia feiert 2012 sein 100-jähriges Bestehen. Schirmherr ist der Ehrenhochmeister des Bundes der historischen Schützenbruderschaften. Einer von vielen Prominenten, für das Korps musizierte.

Der Countdown läuft. Auf seiner Internetseite rechnet das Bundes-Tambourcorps Novesia dem ausklingenden Jahr seine verbleibenden Tage vor, denn mit dem Neujahrstag steht der Musikzug im 100. Jahr seiner Gründung.

Gefeiert wird das Jubiläum am Wochenende 10. und 11. März mit durchaus prominenter Beteiligung, denn Schirmherr und Hauptredner beim Festkommers ist Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein, bis zum Sommer Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. "Das macht der Ehrenhochmeister nicht oft", sagt Ralf Linnartz stolz, seit 1988 Tambourmajor der Spielleute und im 21. Jahr Vorsitzender.

Linnartz weiß Gelegenheiten zu nutzen. Als sein Tambourkorps zur Verabschiedung des Hochmeisters auf Schloss Strauweiler den Großen Zapfenstreich intonieren durfte, trug er diesem gleich die Schirmherrschaft für das Jubiläum an. "Wir waren aber auch schon zu seinem 60. Geburtstag musikalische Gäste", fügt er hinzu. Vielleicht kam die Zusage deswegen so prompt.

Linnartz weiß aber auch, Menschen für das Korps zu gewinnen. Zum Beispiel den Neusser Künstler und Karikaturisten Wilfried Küfen, der einst mit dem TC Novesia von 1912 über den Markt marschierte und sich nach dieser Erfahrung nie wieder einem "normalen" Schützenzug anschließen wollte. Er wird am Jubiläumssonntag, wenn das Korps nach der Messe von der Marienkirche zum Festkommers im Rheinischen Landestheater marschiert, beim Umzug noch einmal die Lyra spielen. Im grünen Rock der "Novesianer", für die er auch die Jubiläumsnadel entwarf.

Das Tambourkorps Novesia, das im Jahr seines 50. Bestehens zum Bundes-Tambourkorps erhoben wurde, ist inzwischen eine Adresse für besondere Anfragen. Das gilt nicht nur, wenn der Dachverband ruft, denn auch für die Maikundgebung der Gewerkschaften oder hohe geistliche Würdenträger greifen die Neusser zu Trommel und Flöte. 2005, als das Erzbistum Köln Gastgeber des Weltjugendtages war, begrüßte der Musikzug aus Neuss Papst Benedikt XVI. am Köln-Rodenkirchener Bootsanleger, im Jahr darauf gab er Heiner Koch am Tag seiner Weihe zum Weihbischof ein Ständchen.

1912 gegründet, zog das Tambourkorps schon im Jahr darauf erstmals zum Neusser Schützenfest auf. Damals wie heute im Jägerkorps. Und seit 1932 bildet die Truppe mit der Bundes-Schützenkapelle einen Musikblock. Dieser Klangkörper ist deshalb gebeten, am Jubiläumstag die Messe in St. Marien zu gestalten. Beim Umzug und Festkommers sind danach das Bundesfanfarenkorps Neuss-Furth, der Musikverein "Frohsinn" Norf und das Bundesschützen-Tambourkorps Hinsbeck zu hören, allesamt befreundete Vereine.

(NGZ/rl)
Mehr von RP ONLINE